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sind, von ihren Fehlern nach und nach abzubringcn. Es mangeltin unscrm Hause der Geist der Liebe, des stillen, gegenseitigenVertrauens; daher mangelt auch die Seligkeit des Friedens, derSegen häuslicher Tugend. Ihr pflanzet in hartnäckiger ThorhcitDornen, darum wollen euch keine Rosen blühen!
Bekämpfet eure Fehler, die Andern auffallend sind, durchwelche ihr ihnen wehe thut, und sic zum Verdruß reizet; seidgegen Jeden, mit welchem ihr beisammen leben müsset, freund-licher, »achsichtvoller, liebreicher, als gegen jeden Andern, demihr nur seltener begegnet; entfernet von euch die lästigen Un-tugenden des Eigensinnes, der Rechthaberei, der Herrschsucht, dersogenannten Übeln Laune; meidet, was die Rechte, die Ansprücheund die Zufriedenheit eurer Lcbcnsgcnosse» stören muß — unddiese Verwandlung wird euer ganzes Haus verschönern; ein Him-mel voll kleiner Freude» wird bei euch einzichcn, wo vormalseine Hölle des Zanks und der Uneinigkeit tobte. Seid weise,seid christlich, und ihr werdet glücklich.
Aber auch zufrieden und glücklich im Schosse unserer Familie,sollen wir uns nicht von Anderer Gesellschaft ausschließcn. Zwarmuß die Anmuth des häuslichen Lebens für uns den Vorzug be-halten; allein auch andere Menschen, die nicht zu unserer engenUmgebung gehören, haben Ansprüche auf unfern Umgang. Wersich nicht Andern mittheilt, versäumt muthwillig die Erweiterungseines Wirkungskreises. Wer seine Tage ausschließlich nur mitwenigen Vertrauten zubringt, der wird einseitig in seinen Ur-theilen; lernt die Menschheit nicht in ihren mannigfaltigen Ge-stalten kennen; richtet sie daher oft grundfalsch; sicht nicht alleQuellen des Uebcls, die er meiden lernen soll, und beraubt sichder Gelegenheit, fremde Holdseligkeit und Tugend zu bewundern,die er lieben lernen und durch Nachahmung zu seinem Eigcnthummacken soll.