Doch ist es für den Christen allerdings nicht gleichgültig,welche Gesellschaften er zur Vermehrung seiner Lebensfreude»wählen soll. Es ist für sein Herz, cs ist für seine Denkart, esist für den Friede» seines Hauses wichtig, hier mit derjenigenBesonnenheit und Vorsicht zu wählen, die dem Weisen geziemt.Wir wissen sehr gut aus unfern eigenen Erfahrun-gen, daß wir unvermerkt gewisse Eigenschaften vondenjenigen Personen «»nehmen, mit denen wir öfter»Umgang haben, und die uns gefallen. Wir bleiben nieganz wir selbst, sondern wie wir den Athcm Anderer in ihrerNähe einathmen, athmcn wir gleichsam auch von ihren Grund-sätzen, ihren Eigenschaften ein. Sage mir, mit wem du umgehst,und ich sage dir, wer du bist, wie du denkst, und was du werth bist.
Wähle dir daher keinen Umgang, der verdächtigist, und der Reinheit deiner Sitten, der Unbeschol-tenheit deines Herzens gefährlich werden kann! BöseGesellschaft verdirbt gute Sitten. Lraue nicht deiner Kraft undDenkart zu viel: sondern erkenne die Macht des Beispiels undder Gewohnheit an, die nach und nach auch den Festesten erschüt-tert. Ehre deinen guten Namen; ehre den Ruf deinesHauses. Handle so, lebe so, verbinde dich mit so anerkanntguten und weise» Menschen, daß auch die bessern Menschen be-gierig werden, in deine Bekanntschaft, in deinen Umgang zukommen, und Gefallen an ihm zu finden. Wie Mancher hat durchunvorsichtige Wahl der Gesellschaft schon die Edler» von sich zu-rückgcschrcckt, und damit, ohne sonst auch nur etwas Böses ge-than zu haben, den Grund zu einer beständigen Geringschätzungseiner Person gelegt! — Auch Unklugheit ist eine Sünde, wonicht des Herzens, doch des Verstandes. Und halsstarriges Ver-bleiben in einer thörichtcn Handlung, auch bei der Einsicht desBessern, wird Sünde des Herzens.