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6 (1853)
Seite
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sich nicht von den Frcndcn nnd Genüssen des Umgangs aus. Weroa säen will für die Ewigkeit, der muß den Acker suchen fürseine Saat; nnd dieser Acker ist das menschliche Herz.

Am nächsten liegt Jedem von allen Arten des gesellschaft-lichen Umgangs derjenige, welchen er im Kreise seiner Familie,seiner vertrauten Freunde, im Innern seines Hauses hat. Undwas uns zunächst umgibt, sollte das nicht vorzugsweise unsererbesonder» Aufmerksamkeit wcrth sein? Ob unser Leben elendoder heiter, voller Verdruß oder mannigfaltiger und sanfter,aber desto bleibenderer Freuden sei, das hängt von der Übelnoder guten Einrichtung unsers häuslichen Lebens ab. Erst müssenwir für dies besorgt sein, und nachher für die Freuden der Ge-sellschaft, die wir außer dem Hause genießen. Beklagcnswerthist Jeder, der unglücklich in seiner eigenen Wohnung ist, undsein Glück erst ans der Hand von Fremden empfangen soll, mitdenen er nur einen kleinen Theil des Lebens zu theilen hat!

Aber der Friede und das innere Glück des HanseS, dies höchsteKleinod, diese Grundlage unserer täglichen Zufriedenheit, mußunser eigenes Werk sein. Sind wir in unserer Heimath elend,finden wir im Kreise unserer Angehörigen keine Erholung, keineErheiterung: so ist auch unser eigenes Verschulden, Mangelunserer Klugheit, oder Mangel der nöthigen Tugend. Wennnicht Mangel nnd Nahrungssorgcn drücken (aber auch selbst dieseLeiden werden leichter unter freundschaftlichen Umgebungen vonden Unsrigcn): so sind cs nur unsere Fehler, unsere schlechtenAngewöhnungen, unsere Untugenden, die Fluch und Unruhe inunser Haus bringen. Entweder wollen wir uns selbst nicht dazuverstehen, gewisse anstößige Gewohnheiten abzulegen: und so findwir cs selbst, die wir uns mit harter Hand strafen; oder wirhaben nicht schonende Milde, nicht freundschaftliche Klugheit ge-nug, Andere, mit denen wir in Verbindung zu leben genöthigt