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Daseins zu theilen, ist vom Schöpfer in die Brust jedes leben-digen Wesens gepflanzt. Selbst die Thiere, die Wilden des Wal-des und der Wüste, empfinden seine Allgewalt und Süßigkcit-Wer mag ihm widerstehen? Wer möchte in einer Welt wohnen,wo eine ewige Einsamkeit unsere Tage verschlänge? wo wir fürkein Mitgeschöpf arbeiten, nicht Freundschaft um Freundschafteintauschcn könnten? wo unfern Geschäften kein Auge Beifalllächelte, und unsere Klage keine liebende Seele mit sanftem Mit-leidcn aufnähmc? — Ach, das wäre keine Welt, kein wahresLeben, nein, cs wäre ein ungeheures, wüstes Grab, in welchemwir einsam und freudenlos unser Leben hinathmctcn. Unglück-liche in de» Gefängnissen empfinden den Verlust des gesellschaft-lichen Umganges am schmerzhaftesten. Wenn die kalten Gewölbeund Mauern ihre Seufzer nicht verstehen, zähmen sie eine Spinne,und flößen ihr Vertrauen und Freundschaft ein. Sic ist doch einlebendiges Wesen, das zur dankbaren Gesellschafterin werden kann.
Zur Gesellschaft find wir erschaffen, zum Umgang mit Men-schen. Nur in unscrm täglichen Verkehr mit Wesen unserer Art,können fich alle unsere Fähigkeiten zur Vollkommenheit, unsereAnlagen zur Tugend entwickeln. Wir sollen die Gesellschaft derMenschen nicht vermeiden, sollen uns nicht, in beständige Ein-samkeit vergraben. Denn wer nicht sündigen kann, der ist keinHeiliger, sondern wer den Reizungen zur Sünde gegen sic un-empfindlich bleibt. Wer sein Pfund vergräbt, ist kein treuerDiener des Herrn, sondern wer damit zum Wohl seiner Brüderund zur Ehre der Gottheit arbeitet. (Luk. 19, 12 — 26.)
Weder unser göttliches Vorbild Jesus Christus, noch seineersten Schüler, entfernten fich von dem Umgänge mit Menschen;sie flohen in keine lebenslängliche Einsamkeit, sondern gingenhinaus in das Gewühl der Welt, um wohlzuthun. Sic miedennicht freundschaftliche Zusammenkünfte und Gastmählcr, schlossen