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6 (1853)
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der Frommen und der Sünder vcrthcilt wird wer darfcserforschen? Wer ist ans dem Reiche des unbekannten Lebenszurückgekommcn, und konnte das Unaussprechliche anssprcchcn,und was Gott verhüllt, vcrrathcn?

Vergeblicher Vorwitz! Er, der Gnadenreiche, der dich in dieseErdenwclt hincinrief, nm dich zu beglücken, er ruft dich auch inein künftiges Leben hinüber! Vertraue ihm! vertrauet dem Va-ter im Himmel! Er wird es herrlich mit dir machen, wie Alles,was er in seiner prachtvollen Schöpfung gethan. Dies ist kind-lich-frommer Glaube!

Und an diesem Glauben, an diesem Vertrauen halte in allenDingen fest. Dieser Glaube sei deine höchste Weisheit. Ihmentquillt Heiterkeit der Seele, uud unter allen Umständen einesanfte Beruhigung des Gcmüthes. Alles übrige Denken undForschen in den Geheimnissen der Religion endet zuletzt mit Träu-men und schwärmerischen Vorstellungen, womit die entzündeteEinbildungskraft uns und Andere täuscht.

Laß dich nicht in diesem kindlichen, vertrauensvollen Glau-ben, der deinem Herzen wohlthnt, der dich zur Gottseligkeit, zurHöhe aller christlichen Tugenden leitet, laß dich in ihm nichtirre machen; nicht durch verführerische Schriften derer, welchedas, was Gott verschwieg, auszusprcchcn wähne»; nicht durchReden und Eifern Anderer, die mit stolzem Eigendünkel, als hät-ten sie allein göttliche Offenbarung empfangen, ihre Meinungen,ihre Auslegungen für untrügliche Wahrheit halten, und mit ver-achtungswürdiger Vermessenheit oder vielmehr mit thörichtcmAberwitz Jeden verdammen, der nicht ihre Vorstellungen hat,noch haben will.

Nur Du, o Jesus, Du nur bist mein Hohcrpriester, meinLehrer. Nur Dein Wort ist mein Leitstern, und die ewige Liebe,die ewige Barmherzigkeit ist mein Glaube, und fruchtbar an