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und meinen Gott in tausendfach verschiedenen Zungen anruft, undmit millionenfachen Seufzern der Ewigkeit entgcgenschaut?
Soll ich die Wahrheit meines Glaubens bezweifelnd — diesesGlaubens, der mich so oft selige» Herzens macht? — diesesGlaubens, der mich allein in Unglückfällen aus der Tiefe jedesJammers erhebe» kan»? — dieses Glaubens, dessen meine Väterwaren, und die darin unter himmlischen Hoffnungen entschlum-merten? — Nein, wie soll ich bezweifeln, was für mich Wahr-heit, Gewißheit, Leben und Kraft iss?
Soll ich nach neuen Meinungen forschen? Aber, wenn ichdas Neue erforscht hätte, wäre ich darum glücklicher, weiser,besser geworden? Hätte ich darum ei» höheres Verdienst vorGott? Wäre ich gewisser, daß ich dann im ausschließlichen Besitzder Wahrheit wäre? Könnte ich dann nicht von neuem zu zweifelnanfangen? Wann würde ich enden? Wohin sollte mich dasführen? Hilft denn das bloße Wissen zum Scligwerdcn? Istdann eine Meinung so oder anders das höchste Verdienst, welchesder Mensch sich erwerben kann? — Nein, Gelehrsamkeit ist janicht Religion; Viclwissen ist ja nichtChristcnthum. Christumlieb haben ist besser, als alles Wissen. Und Christumlieb haben, heißt Gott lieben, dessen Willen er uns ver-kündigte. Gott lieben heißt aber den Willen thun unsers ewigen,weisen Vaters im Himmel.
Zudem, worüber sollte ich forschen? In welchen Zweigen derRcligionskenntnisse sind denn die Sterblichen getrennter Mei-nung? — Nur in denjenigen, die wir, so lange wirauf Erden in Unvollkommenheit wandeln müssen,niemals ergründen können! — Oder wer hat Gott gesehen,und weiß zu sagen, wie der Ewige sei? Wer mag das Ver-hältniß Jesu Christi zu seinem und unserm Vater kennen? Werdurchblickt die Geheimnisse der Gottheit? Wie sollte es der arme