Druckschrift 
6 (1853)
Seite
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Sterbliche können, der nicht einmal das Geheimniß ergründet,wie der Grashalm aus unbekannten, wunderbaren Kräften zu-sammcngebaut ist.

Ach, wir wissen selbst aus der Natur alles Irdischen noch sowenig; wer möchte sich an die Natur des Geistigen und Ucbcr-irdischcn wagen? Erfahren wir nicht an den Gelehrtesten undEinsichtvollsten, welche die Natur der Dinge zu erforschen unter-nahmen, daß sic zuletzt nur so viel gelernt hatten, daß sie wenigerwußten, als sie ehemals zu wissen geglaubt hatten. Wohl istunser Wissen hicniedcn Stückwerk, und nichts mehr, als das.Wenn aber einst kommen wird das Vollkommene, so wird dasStückwerk aufhörcn. (1. Kor. 13, 9. 10.) Dann erst werdenwir alle hinanksmmen zu einerlei Glauben und zur Erkenntnißdes Sohnes Gottes. (Epheser 4, 13.)

Das Göttliche liegt jenseits der Grenzen unsererbeschränkten Vernunft- wer hat Flügel, sich über jeneSchranken hinwcgzuschwingen, welche Gottes Hand selbst er-richtet hat? Das Ewige liegt jenseits des engen Raumes zeit-licher Stunden: wer reißt sich selbst heraus, und durchschwebtdie Tiefen und Geheimnisse der vom Tode verwahrten Zukunft?Vermuthcn, hoffen, meine», wähnen, ahnen, träumen kann derSterbliche viel darüber; wissen nichts. Gott, der Allwissende,gab uns nicht das Wissen; so bleibt uns der beruhigende Glaube,welcher sich auf die in der Natur geoffcnbartc Größe, Weisheitund Liebe Gottes fest begründet; der beruhigende Glaube, welcheran den schönen Verheißungen sesthält mit kindlichem Vertrauen,die Gott, unser Vater, uns gegeben hat.

Und an diesem kindlich-frommen Glauben will ich halten; erist besser, denn alle irdische Weisheit; reicher an seligmachenderKraft, denn alles vergebliche Klügeln.

Ein guter Vater, eine zärtliche Mutter geben oft ihrem Kinde