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manche Veranlassungen über dich und deine Gesinnungsart ge-täuscht worden sind? Sic waren ungerecht, und doch vielleichtunschuldig »nd voller Liebe zu dir. Ein Muttcrherz kann dochnie ganz aufhörcn, zu lieben, ein Vaterherz kann sich doch nieganz vcrläugncn.

Ehre deine Aeltcrn, so lange sic leben anfErdcn!Ehre sic auch dann noch, wenn du ihnen nicht mehr in Allemgehorchen kannst. Der Gehorsam der Kinder gegen die Aclternist so lange unbedingt, als Kinder nicht selbst im Stande sind,mr sich recht und gut zu handeln, und daher der Leitung undFürsorge der Acltern bedürfen. Im reifern Alter, wo Sohn oderTochter sich selbst gehören, wo sic vielleicht selbst schon für eineigenes Haus zu sorgen, Gatten - und Acltcrnpflichtcn zu erfüllenhaben, müssen vernünftige Acltern Verzicht auf die blinde Unter-würfigkeit des Kindes thun. Sie kennen nicht mehr alle Verhält-nisse, alle Bedürfnisse, alle Ziele desselben. Sic mögen in ein-zelnen Fällen erfahrungsvolle Rathgcbcr, nie aber Gebieter sein.

Die Mündigkeit der Kinder spricht sie von der vollkommenenUnterwürfigkeit los, aber doch nicht von allem Gehorsam.Wir sollen und müssen, als gute Kinder, auch dann noch mitEhrerbietung die Wünsche des Vaters und der Mutter erfüllen,wenn sic nicht höher» Pflichten gegen unser» Berns, gegen unser»Gatten oder gegen unserer eigenen Kinder Wohl widersprechen.Wir sollen und müssen ihnen auch in später» Jahren, und wennwir schon selbst Gatte, Vater, Mutter sind, die gleiche gewohnteEhrerbietung, wie in den Jugcndjahren, bezeugen; denn nie habensie aufgchört, unsere Aeltcrn zu sein, wenn sic auch aufhörten,unsere Ernährer und Versorger zu sein. Wir sollen und müssenihnen mit zärtlicher Aufmerksamkeit in allen unschädlichen Wün-schen cntgegcncilen, und nicht Kindcspflicht, nicht KindeSdemuthvcrläugncn, selbst wenn wir durch die Gunst des Schicksals über