Druckschrift 
6 (1853)
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

tcn, und euch mit Licbe umfingen, ehe ihr sie kanntet? Elende,mit welchem Blick scheinet ihr empor zum Himmel, auf zur Ewig»kcit, wo diejenigen eure ersten Ankläger sein müssen, die eureersten Fürsprecher sein sollten? wo diejenigen einst stehen, die nichtzum Weltrichter sprechen können: Herr, hier find sic wieder, dieDu und gegeben!

O du, der mit verkehrtem, gefühllosem Herzen die heiligeLicbe und Ehrfurcht vcrläuguct, welche er de» Schöpfern seinerTage, den Erhaltern, den Erziehern seiner Jugend schuldig ist:ich nenne dich Batermördcr, dich Muttcrmörder; denn deine Hart»Herzigkeit stößt die mit Undank Belohnten ins Grab! O du, dersich seiner Acltcrn schämt; der sich weigert, die Stütze und derTrost ihrer alten Tage zu sein: ich nenne dich Vatermörder, dichMuttcrmörder; denn deine Unbarmherzigkeit stößt sic ins Grab!Du, der ihres Segens spottet, und, ungehorsam ihren Lehren,dahin eilt, mit Lastern befleckt, sich in Vergehen und Schuldenstürzt, mit Schande und Schmach Dornenkronen für das graueHaupt des Vaters und der Mutter flicht: ich nenne dich Vater-mörder, dich Muttcrmörder; denn dein Werk ist cs, daß die Ur-heber deines Lebens mit Leid in die Grube fahren!

Es ist eine Vorsehung, cs ist ein Gericht, es herrscht überund unter den Sternen das dunkle Schwert der Vergeltung!Wehe dir, wenn auch deine Nachkommen dich einst verspotten,wehe dir, wenn dich deine Kinder einst verstoßen sollten! Wehedir, wenn einst deine Arme altersschwach sich nach einer Stützesehnen, und du sic vergebens in die Einöde der Welt hinauS-strcckst; wenn einst am Krankenbette keine freundliche Tochter dichpflegt, kein dankbarer Sohn für dich betet!Du bist nicht wür-dig des hohen Genusses der Aeltcrnfrcudc, da du deinen Aelterndiese Freude nicht gewährtest und ihnen nur Jammer geboten hast.

Hinweg, o meine Seele, von diesen schrecklichen Bildern!