nicht für möglich hielten, oder auch nur den Gedanken einerMöglichkeit nicht in die Welt eindringen lassen wollten.
-Mit Schaudern sehe ich in unfern Tagen, in unfern Städten,in unfern Dörfern diese Möglichkeit! Ich sehe dieses Schrecklichein den Gemeinden der Christen, welches geläugnct wurde in einerheidnischen Vorwelt. Ich sehe Undankbare, welche, durch Glückund Zufall emporgehobcn, sich ihrer geringen Herkunft schämen,und vor dem Namen ihrer Acltcrn crröthen möchten. Ich seheUndankbare, welche dem betagten Later, der alten kränklichenMutter nur mit Unwillen und Härte das letzte Brod reichen,und mit Verlangen auf bereu Tod warten! Ich sehe Gewissen-lose, die kein Bedenken tragen, die gutmüthigen, ach, oft zuschwachen Aeltern um das wohlerworbene Ihrige zu betrügen!Ich sehe Unempfindliche, welche gleichgültig sind bei der MutterLeiden', die doch so manche Schmcrzensnacht für sie am Kranken-bette gewacht hatte; welche gleichgültig sind bei des VatersRoth, ach, des Vaters, der ehemals nicht Sorge und Mühe,nicht Frost und Hitze scheute, um ihnen ein ehrenvollen Auskom-men zu erwerben! Ich sehe Rasende, welche sich, den Lasternsich ergebend, der Wollust, der Spiclsucht, der Verschwendung,der Trägheit fröhncnd, in Schimpf und Schande stürzen, »»ein-gedenk der heißen Muttcrthräncn, gleichgültig gegen des Vatersgerechten Zorn, oder seine Seufzer; gleichgültig, wie unter Schmerzund getäuschten Hoffnungen das Haar der Ehrwürdigen ergraut;gleichgültig, wie der Kummer sie ins Grab drückt!
Elende, mit welchem Gefühl betet ihr zum ewigen Vater imHimmel, die ihr des Vaters und der Mutter nicht achtet, welcheeuch auf Erden der Gottheit Stelle vertraten? Elende, wie mögetihr Jesum Christum lieben und euch des durch ihn erworbenenHeils erfreuen, da ihr nicht diejenigen mit Ehrfurcht und Innig-keit liebet, di-c zuerst in euer Herz das Gefühl der Religion senk-