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6 (1853)
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würdig gemacht hat, welchen cs sein Dasein, seine Erziehung,die erste Grundlage seines jetzigen Wohlseins schuldig ist.

Manche Tugend ist untcrgegangcn, manche schöne Empfindungstarb unter dem Gifthauch der Verführung; aber die Verehrungder Acltcrn kann, auch in dem vollendetsten Böscwicht, nicht ganzvertilgt werden. Noch heute, wie in dem grauen Alterthum derMenschheit, spricht jedes menschliche Gefühl: Ein Auge, dasden Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, dasmüssen die Raben am Bache aushackcn, und die jungen Adlerfressen. (Spr. Sal. 30,17.) Nein, die Ehrfurcht vor den Acltcrnist unter allen Tugenden des Menschen die erste, welche er em-pfindet, kennen lernt und übt; sie treibt ihre Wurzeln am frühe-sten in die Tiefe des kindlichen Gemüths hinab, und daher istsie nie wieder ganz auszurotten. Sie ist der heilige und ewigeFunke, der in unserer Brust glimmt, wenn schon andere Gefühledes Wahren, des Edeln und des Rechts in uns ausgestorbcn seinmögen, und an welchem sich schon oft wieder alle andern Tugen-den entzündet haben, wenn sie längst verloschen gewesen find.

Nicht ganz ausgchen kann die Verehrung der Acltcrn? Alsodoch vermindern? Also kann doch die Flamme zum schwach glim-menden Funken werden? Wehe dem Menschengeschlecht, inwelchem dies möglich ist! Wehe den Ungeheuern, welche die Mut-ter vergessen, an deren Brust fie Leben sogen; die den Vaterverschmähen, der ihnen Nahrung und Freude und Schutz gab,oft mit seines eigenen Lebens Gefahr, oft mit dem Opfer seinerRuhe und seines eigenen Friedens! Wehe den Ungeheuern, dennfür ihre Undankbarkeit hat selbst die menschliche Zunge noch kei-nen Namen erfunden; ihre Abscheulichkeit spricht nur der Mundder Hölle aus. Es hat Völker des Alterthums gegeben, welcheunter allen ihren Gesetzen kein Gesetz für den Vater- und Mutter-mörder hatten, weil fie das gräßlichste aller Verbrechen entweder