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kcit gegen Andere bestehen kann; wo du großes Gutes stiftenkönntest, wenn dein Eigennutz, deine Eigenliebe sich dafür zuirgend einer Aufopferung verstehen wollte. Du finnest vielleichtauf Rache gegen einen Menschen, dem du nicht wohl willst; deinGewissen spricht: Sei edler, als er, und beschäme den Elendenmit Großmuth! Vielleicht verwirren unanständige Begierdendeine Sinne; dich lockt die Wollust zu einem Verbrechen, zu einerAusschweifung; dein Gewissen ruft: Verwegener, willst du dasGift des Lasters in die Brust der Unschuld werfen? Willst du,gleich Satan, ein Paradies zerstören? Vielleicht gelüstet dichnach fremdem Eigcnthum, vielleicht nach ansehnlichem Vortheilc,der durch leichten Betrug zu gewinnen wäre; dein Gewissen ruft:Halt ein, Und laß den Vortheil fahren, der dich vor dir selbstverächtlich machen muß!

.Was hättest du, und wenn du die ganze Welt ge-wännest, und nähmest Schaden an deiner Seele? Viel-leicht reizt dich deine Eitelkeit, durch witzige Einfälle dir undAndern ein Fest zu geben, indem du einen Dritten lächerlichmachst; dein Gewissen ruft: Freche Lästerzunge, wie schnell würdestdu verstummen, stände der Verspottete plötzlich neben dir!

Das Gewissen lehrt! Es lehrt mit Ernst und Gerech-tigkeit; du findest auf keinem andern Wege dein Glück, alswenn du seinen Winken nachgehest. Uebcrrede dich keines Andern;klügle nicht einen Ausweg aus, wo du unerlaubte Wünsche undNeigungen befriedigen könntest, ohne deinen Gefühlen des Rech-ten und Anständigen wehr zu thun. Du klügelst falsch. Dichlockt eine Uebelthat, und hinter dem Rücken der Ucbelthat lauertschon verborgen die Reue auf dich. Das Gewissen läßt mitfich keinen Vergleich eingehcn. Du meinst, mit ihm zu unter-handeln; nein, schwacher Mensch, du irrest dich, du unterhandelstnur mit deiner Schande, der du dich gefangen geben willst.