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sie nicht. Sie lächelt kühn dir in das gleißncrischc Angesicht; siclächelt mitte» in den Thräncn ihres Schmerzes, während dumitten in deinen Triumphen znsammenschaudcrst; sie steht freudigin ihrem Kerker, während du angstvoll an der schwelgerischenTafel bebst. Schleppe sic auf das Blutgerüst: ihr Tod ist ihrSieg, und ihr Sieg ist deine Verdammung.

Das ist die Macht des Gewissens, welche, wie ein un-sichtbarer Engel, in die Versammlung der Sterblichen tritt, undWahrheit, Gerechtigkeit und Unschuld cmporhält, wären sic auchvon aller Welt verlassen; den Verbrecher ergreift, flöhe er auchin die entlegenste dunkelste Höhle; und den Sünder zu Bodenwirft, säße er auch auf Thronen, und ständen gcwaffncte Heereohne Zahl zu seinem Schutze um ihn her.

Es ist das göttliche Gesetz dessen, was gut undwahr und recht ist, in aller Menschen Gemüth ge-schrieben. Daher zeuget auch selbst bei den Heiden die Stimmedes Gewissens, und über jedes unserer Werke verklagen oderentschuldigen sich unsere Gedanken unter einander. (Nöm. 2,14.15.)

Das Gewissen lehrt! Es lehrt auch den Unwissenden,was er thun müsse. Niemand darf sich vor der Welt, nochweniger vor sich selbst, am allerwenigsten vor Gott dem All-wissenden wegen seiner begangenen Fehltritte entschuldigen, daßer nicht gewußt habe, was recht oder unrecht sei.

DaS Gewissen lehrt! ES ist unbestechlich, es richtet ge-recht. Folgst du diesem heiligen Gefühle des Guten, so wirstdu nie absichtlich irren, nie wissentlich Böses thun, und mit dirselbst in stiller Zufriedenheit sein. Horche auf die Stimmedieses Lehrers, mag auch deine Sinnlichkeit noch so verführerischdagegen schreien. Horche auf die Stimme, besonders in zweifel-haften Fällen, wo du von ganz entgegengesetzten Neigungen irrewerden könntest, wo dein Vortheil vielleicht nicht ohne Ungerechtig-