Blitze strahlen nieder und verwandeln sein Haus in Flamme undAsche. Der Spötter spottet nicht mehr. ES ist ein Gott! ruftihm die innere Stimme zu. Es ist ein Gott! lallt er zitternd nach.
Umsonst verspottet der Böscwicht lange die heilige Stimme inseiner Brust, und nennt sie eine Folge seiner Erziehung, einenNachhall alter Kindcrmährchcn. Er will aufgeklärter sei», alsdie Edelsten der Welt. Er will sich über das erheben, was ihmVorurthcil zu sein scheint, übt im Geheimen seine Sünden, undblickt höhnisch umher und fragt: wo ist der Richter, der michrichtet? Die innere Stimme ruft: Wälze eine Welt überdeine Sünden, sic kommen doch früh oder spät andas Sonnenlicht! — Umsonst wirft er sich in die stürmischenLustbarkeiten der Welt: er trägt überall den Feucrbrand im Herzenmit sich herum, einen Funken der Hölle, der ihn heimlich ver-zehrt. Umsonst will er sich von der heiligen Wcltordnung los-rcißen, in welcher nur das Gute gedeihen, das Böse nur Ver-derben zeugen kann: eine unbekannte Macht reißt ihn mit sichfort, und bindet ihn und seine Thatcn an diese ewige Wclt-ordnung. Verderben quillt aus seinen geheimsten Sünden. Erkann cs nicht wehren. Er ist auf immerwährender Flucht vor sichselbst; die Unruhe vernichtet sein ganzes Wesen, die innereStimme ruft: Gott ist allgegenwärtig!
Umsonst, verleumderischer Neid, verfolgest du die Wahrheit,und willst dem Verdienste seine wohlerworbene Krone entreißen.Was dein Mund verlästert, das muß wider seinen Willen deineigenes Herz ehren, und du endest mit der Schande der Welt,die sich über dir häuft.
Umsonst, herzloser Tyrann, verfolgest du die Unschuld, umdeine eigenen Verbrechen zu rechtfertigen; umsonst verfolgest dusie mit falschen Zeugen und falschen Eiden, umsonst mit bestochenenGerichten, mit schimpflichen Kerkern, mit allen Foltern: du beugstVI. 4