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6 (1853)
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vertrauen, der dich schon mit zärtlicher Sorgfalt bewachte, alsdu in frühester Kindheit ihn noch nicht kanntest, ihm noch nichtvertrauen konntest. Beginne nichts, vollende nichts, entwirf fürdeine Zukunft oder für das Schicksal der Dcinigcn keine Plane,ohne dir selbst das goldene Wort der heilige» Schrift zuzurnfen:Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn,er wird cs wohl mit dir machen. Wer nichts durch sichund eigene Kraft, Alles durch Gott erwartet, der wird nie unter-gchen, der hält sich an der rechten Hand, die zur Seelenruhe, zumunzerstörbaren Glücke leitet.

Ehe noch Jesus Christus mit höher» Offenbarungen indie Welt trat, vertrauten schon die Weisen des Alterihums derhöchsten Weisheit des Wcltregicrcrs. Sic zählten bet allen ihrenUnternehmungen nicht sowohl auf ihre eigene Stärke, auf eigeneKlugheit, als auf den Segen dessen, der das Schicksal des Wclt-balls und des kleinsten Wurmes am Grashalm ordnet. Wie?wir sind'Christen, theilhaftig der Offenbarungen Jesu, und ge-denken minder an Führungen Gottes, als die Heiden!

Gott führt Alles.

Wer wagt cs zu bezweifeln? Und wenn du cs nicht bezwei-felst: warum lebst und wirkst du, als hinge Alles von deinereigenen Macht ab? Und wenn du cs nicht bezweifelst: warumverlässest du dich auf deine eigene Kraft, auf deine Weisheit,als wenn du allein wüßtest, was zu deinem Friede» diene? Undwenn du cs nicht bezweifelst: warum haderst du mit dem Schick-sal, warum murrest du, wenn deine Entwürfe sehlschlagen, unddeine Hoffnungen nicht reif werden?

Ja, Gott führt Alles! Streue muthig deine Saat aus,aber von dem dort oben erwarte Gedeihen; erbaue deine Hütte,aber von dem dort oben erwarte Schutz gegen Sturm und Flam-me» und Waffersnoth; entwirf Plane für deine Zukunft, aber