Druckschrift 
6 (1853)
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

86

Jahr, ja jede Woche gibt dir das Beispiel davon, wiedas, wasdu eigensinnig vom Schicksal forderst, nicht erfüllt wird, und hin-gegen dir manches Gate zufällt, an das dn gar nicht dachtest.Wie kommt cs nnn, daß dn durch die vielfachen Lehre», welchedu empfingest, noch nicht weiser geworden bist? Diese Lehren indeinem Lebenslaufe, o Sterblicher' sic kommen dir von Gott.Sie kommen von Gott, an den dn bei deinen Handlungen undLebensplanen oft am wenigsten denkst; oder an den dn denkst,weil vn mit eigensinniger Begierde von ihm nur das erbittenmöchtest, was dn bei deiner schwachen Einsicht für das Vortreff-lichste hältst. Ist Gott dein väterlicher Lehrer: warum willst dunicht anfangcn, sein gläubiger, kindlicher Schüler zu werden?Wenn dn an jedem Tage merkwürdigen Unterricht empfängst:warum wirst du nicht endlich weiser, und siehst du nicht ans dasHöhere, was dich umgibt, und deine Handlungen leitet? Willstdu einst aus der großen Schule des Lebens hcrvortrcte», ohneden erhabenen Zweck desselben mir verstanden zu haben?

Was dir auch begegnet, das ist Gottes Werk. WelcherPlan dir auch mißlingt, das ist Gottes That. Welches Glückdir auch unverhofft zufällt, Vas ist Gottes Gabe. Ringe dumit deinen besten Kräften darnach, was dir wohlthätig zu seinscheint; aber glaube niemals mit fester Zuversicht, cs sei das-jenige für dich das Beste, was du für das Beste erklärst, sondernvertraue der höher,, Weisheit des väterlichen Wcltordncrs. Wendealle deine Klugheit, deine Sorge, deine Arbeit an, gute Zielezu erreichen; aber setze nie eigensinnig deine ganze Ruhe, deinganzes gegenwärtiges Glück ans die Erfüllung deiner Absichten.Denke, daß du nicht allein, daß auch Gott im Weltall wirkt;daß es für dich ein gleich großes Glück sei, deine Wünsche mögenvereitelt oder erfüllt werden.

Hange endlich an, Gottes Führungen zu ehren, und dem zu