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dir mit ihren abgehärmten Wangen, von welchen du zuerst dieheilige Gluth der Scham hinwcgzunehmcn frech genug warst; mitihrer Verzweiflung, die dem ersten Lächeln folgt, womit sie dichbegrüßte. Sie zeige dir ihre vernichtete Gesundheit, ihre vomBlute der Unschuld gefärbte Mutterhand. Auch du hast an diesemBlute Theil! Du warst der Erste, der die Unglückliche auf dieBahn des Lasters und des Todes schmeichelnd hinführtc!

Hinweg, o meine Seele, von diesen grauscnvollcn Bildern,die in dem Leben der heutigen Welt leider in jedem Tage er-neuert werden. Ich will nur das Loos der unmündige» Kleinenbeklagen, welche, außer der Ehe erzeugt, ohne eigene Schuldden Fluch tragen müssen, der ihre Aeltcrn drückt. Ihre Acltcrn?Wer sind sic? Vater und Mutter crröthen vor dem unglücklichenKinde, dem Zeugen ihrer Schande. Es ist schon Waise, ehe csdie Wiege verlassen kann. Es ist schon verstoßen, che cs sich andie Menschen anschlicßcn kann. Es lernt vergebens de» süßenVater- und Muttcrnamen stammeln; Niemand will ihn Horen.ES sieht mit seinen Thräncn allein in der Welt, und kann seinenSchmerz an keinem Vater- und Mutterherzcn auswcincn; kannseine kleinen Freuden mit keinem Bruder, keiner Schwester thcilen.Es wird von fremden Händen gepflegt; es ist überall Stiefkind.

Ihr Unbarmherzigen, die ihr diese bcweincnswürdigc Unschuldverstießet, die ihr die Schande vor dem ewigen gerechten Gottder Schande vor der Welt vorzogct: euch richtet Gott! errichtet euch! Jenes Kind, cs ist euer Blut; ihr wolletcs vcrläugncn, Gott aber, der Allbarmhcrzigc, vcr-läugnct es nicht. Es wird ein Tag des Schreckens euch dieThräncn, das Elend und den Fluch des Verläugncten verrechnen!

Gott straft die Sünden der Väter an den Kindernbis ins dritte und vierte Glied! Diese furchtbareDrohung sehen wir noch täglich um uns her an denen erfüllt,