getrübt; aber sie will de» Muth haben, Mörderin zu heißen,und des schimpflichsten Todes zu sterben! Vergebens ruft sie dentiefen Strom, vergebens das schwarze Gehölz, vergebens dieFinsterniß der Nacht bei ihrem Verbrechen zu Hilfe. Der Strahldes Tages beleuchtet endlich jede Schandthat, und die Hand dergöttlichen Vorsehung deckt das Verbrechen ans, unter welchemdas Blut der Unschuld zum Himmel schreit.
Soll ich die bange» Qualen schildern, welche im Kerker dieeinzige Gesellschaft der Sünderin sind? — die jammervollen Nächte,in welchen ihr die trauernden Gestalten ihrer Aeltcrn, ihrer Ge-schwister, ihrer ehemaligen Gespielen erscheinen? — die schwerenBekenntnisse der Sünde» vor dem ernsten Kreise der Richter,denen sic selbst ihre Schande offenbaren muß? — die düster»Ahnungen der Zukunft, welche den Todesschweiß von ihren blaffenWangen gießen?
O du, der du dich jemals in verruchter Geilheit der keuschenEhre einer Zungfran mit verführerischen Worten nahtest; der dujemals durch deine höllische Kunst eine arglose Unschuld um ihreEhre betrogest; der du jemals den ersten Funken der Wollust inein sonst reines Herz geworfen hast — Wollüstling, Verführer!dem nichts zu heilig ist, seine thierische» Gelüste zu stille»,könntest du, nur du, der Zeuge von den Leiden der Verführtensein! Vielleicht ist cs dir gelungen, daß die gräßlichsten Folge»deines Verbrechens dich nicht unmittelbar trafen. Aber weißt du,ob deine ersten Lockungen zur Sünde nicht der Same dieser Höllewurde»? ob der Funke der Wollust, den du in ein noch unver-dorbenes Herz streutest, nicht zuletzt die Flamme wird, welchedie Seligkeit und Freude des Mädchens verzehrt? .
So erscheine dir dann, Unreiner, die betrogene Unglücklichein ihrer TodeSnoth; sic erscheine dir mit ihren zahllosen Thränen,die ihre und deine Schuld nicht abwaschcn können; sie erscheine