welche thierischer Wollust fröhutcn. ES trügt das ucugeborneKind in der Wiege die Spuren des von den Ausschweifungender Aeltcrn vergifteten Geblüts; cs ist der Erbe ihrer Entnervnng,ihrer Schwäche, ihrer Schwcrmüthigkcit; cs welkt früh zumGrabe hin, und die Reue des verzweifelnden Wollüstlings heultzu spät zwischen den thcucrn Leichnamen seiner Erzeugten. Erwar ja durch seine Ausschweifungen ihr Mörder; seine Unkensch-heit hat den Keim des Todeö in ihnen zum Keim des Lebens ge-sellt. Ganze Geschlechter starben durch die Sünden der Wollust ans.
Wer schaudert nicht vor diesem Bilde, das tausend Erfahrungennoch schrecklicher darstellen, als ich cs nur denken will und kann!
Sünder, dessen Blicken diese Zeilen, diese Worte begegnen,dessen schuldbewußtes Herz lauter pocht, ermanne dich, wenn dunoch kannst, und rctie mit einem verzweifelnden Mnthc die Neigedeiner Kraft und deines Lebens! Sünden übtest du immer zufrüh; Besserung des Herzens kommt nie zu spät.
Ihr aber, Edlere eures Geschlechtes, unverdorbene Seelenrettet euch vor den Versuchungen der Wollust, da es noch Zeitist; bewaffnet euer Herz schon früh gegen die Gewalt der Ver-führung und des üppigen Leichtsinnes durch hohe, unvertilgbareSchamhaftigkeit. Denn Schamhaftigkeit ist lange, ist selbst dannnoch die Bcschirmcrin der Tugend, der Unschuld, wenn diese schon imSturme schändlicher Leidenschaften anfangen zu wanken. Entfer-net von euch alle Bilder der Wollust, alle sittenvcrderbendenBücher, alle Unanständigkeiten in Worten und Geberdcn. Isteuch die Keuschheit ein Hciligthum, gebet Allen das Vorbilddieser Tugend.
Fliehe die Einsamkeit, wen» dich die Versuchungzum Schändlichen überrascht! — Suche Zerstreuung; be-herrsche dich, wenn du nicht elender werden willst. Gedenke dei-ner guten Aeltcrn; gedenke derer, die dir am theucrsten auf Er -VI. 3«