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6 (1853)
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dem frühen Tode mit verdoppelten Schritten entgegen zn rennen!Werde wieder die Hoffnung deiner selbst und der Dcinigen; rettedich vor dir selbst; deine Unschuld ist ewig verloren, aber nichtdeine Tugend. Du hast geirrt; sündige nicht länger; fliehe jedenAnlaß zur neuen Verführung; meide jede Einsamkeit, die dir ge-gcfährlich wird; fliehe und zerstreue dich, wenn der Augenblickder Verführung gegen dich andringt. Rühmlich, wie die Un-schuld, ist der vollkommene und dauerhafte Sieg, wenn du ihnerringst.

Was ist dem Jammer christlicher Aeltcr» zu vergleichen, wenneine Tochter die Beute viehischer Wollust, der Raub der Ver-führung wird? Sie erliegt nnter der Last der öffentlichenSchande und unter dem Spott der Bekannten, unter dem Flucheder Verwandtschaft, unter den Thräncn der Mutter. Ihre Freun-dinnen schämen sich ihrer; der Kranz jungfräulicher Ehre ist vonihrem Haupte gerissen. Welcher redliche Mann möchte der Ge-fallenen die Hand bieten, und die Geschändete zur Ehre seinesHauses machen?

Unerbittlich ist das Gericht der Welt über die Entehrte, welcheden Augenblick geiler Lust mit der Einsamkeit und Freudcnarmuthdes ganzen Lebens büßt. Und wenn die Welt den Fehltritt ver-gessen und verziehen hätte: kann ihn die Ticfgesnnkenevergessen? Jeder Tag bringt ihr neue Vorwürfe, und dieErinnerung geht in ihre Träume über.

Umsonst sucht manche Unglückliche ihre Schuld mit einem neuenVerbrechen zu verbergen. Die Wahnsinnige, verlassen von allenHoffnungen und selbst vom Tröste der Religion, färbt ihre Händemit dem Blute des Kindes, das sie gebar. Entsetzlicher Gräuel!Die Elende zerreißt die heiligsten Bande der Natur, und wirddie Mörderin ihrer eigenen Frucht. Sie hatte nicht den Muth,Mutterfreuden zu fühlen, wenn gleich von den Thränen der Reue