sagen könne. Nein, im Gewerbe und Treiben des Alltagslebens,im Gewühl der Menschen und Sorgen verdunkeln sich allmciligvielerlei Vorstellungen, die uns sonst sehr lebhaft und klar waren;vergißt sich Manches, das uns im rechten Augenblicke heilsamwäre. Es ist nöthig, daß man das Eingcschlafeuc wieder er-wecke, das in uns Absterbende erfrische. Und wenn wir unserganzes Leben der Weisheit und Erkcnntuiß widmen: können wirjemals darin Vollendete sein? — Ach, je tiefer wir in den ufer-losen Ozean des göttlichen Alls Vordringen, je unendlicher breiteter sich vor »ns aus. Zuletzt ist all unser Wissen Stückwerk.
Aber ich bin ja nicht bloß für die kurze Frist unscrs Lebensgeboren. Ewiger! Du hast mich auch zur Ewigkeit berufen. Wasich hier begonnen, werde ich dort fortsetzen können; dort werdeich Dich in noch Hellen» Lichte schauen ; dort die heiligen Näthselgelösct finden, die ich hier nur mit stummer Verehrung anschaucnkann. Ach, wie wird sich dort, wenn Deine Gnade mich eineshöher» Standpunktes würdigt, Alles anders gestalten, als iches hicnicdcn sah, oder erwartete! — O mein Schöpfer, meinVater, vor dem ich in Anbetung und chrfurchtvollcm Schweigenhinsinkc, wenn ich Deiner Größe gedenke, wie wird mir dannsein, wenn Deine Hand den Schleier von einer schönern Welthinwcgzicht! Vater im Himmel, gib mir Deine Gnade, daß ichin Weisheit wachse, und mich auf den feierlichen Augenblick vor-bercitc, der mich dort erwartet. O erhöre mein Flehen, meinSchöpfer, mein Vater! Amen.