vcr Erdc ist; — Keiner kann cs so deutlich, so würdig, als Gottselbst in seinen Werken.
Eben dies bewährt uns jener Ausspruch der heiligen Schrift:Gottes unsichtbares Wesen, das heißt, seine ewige Kraft undGottheit, wird ersehen, so mau das wahruimmt au den Werken,nämlich an der Schöpfung der Welt. (Nom. 1, 20.) Die Men-schen in jenen Zeitaltern, bald nach ihrer Erschaffung, wußtenweniger von Kunstwerken, Gcräthcn, Einrichtungen und Bequem-lichkeiten des Lebens, als wir, aber mehr von Gott und denWundern seiner Macht. — Sic waren mit den Kräften der Pflan-zen, Steine und Quellen, mit den Eigenschaften der mannig-faltigen Thicrc vertraut und noch vertrauter mit dem Bau desHimmels, dem ewigen regelmäßige» Gang der Gestirne und derenOrdnungen. Gott sprach ihnen ans Allem, und sie sprachen inAllem von Gott. — Dies ist nicht unter uns mehr der Fall. Wirsind gesunken. Wir sind in dem, was irdisch ist, kluger geworden,aber unwissender in dem Göttlichen.
So solle» wir uns denn wieder erheben zu unserer alten understen Würde, und wachsen in Erkenntniß des Herrlichsten. Nochist das Buch der Natur vor uns aufgeschlagcn; noch stehen dieWerke Gottes in uralter Majestät und unveränderlicher Herrlich-keit vor unscrn Augen.
Man spricht zwar auch unter uns zuweilen von den Schön-heiten der Natur, aber hat dabei nur sehr verwirrte Vorstellun-gen, und denkt höchstens au den Reiz irgend einer Landschaft.Mau spricht von den Freuden der Natur, und dem Glücke imSchoose derselben, aber läßt es etwa bei einem Spaziergangbewenden, staunt mit Vergnüge» die Gegenden an, und weißselten, was man sich weiter dabei denken soll. Diese Armuthder Gedanken ist ein trauriges Zcuguiß vom Mangel unsererErkenntniß.