du ihn treibst, und leiste in demselben das Vollkommenste, wasgeleistet werden kann. Erweitere dazu deine Kenntnisse, und er-weitere mit denselben deinen Erwerb, wenn er dir für deineBedürfnisse zu beschränkt und zu wenig einträglich ist.
Billig erfährt derjenige von seine» Mitbürgern Verachtung,und er muß sich selbst verachten, der nicht im Stande ist, denPlatz auszufttllcn, auf den er gestellt ist, er sei nun Handwerkeroder Künstler, oder Lehrer, oder Priester, oder obrigkeitlicher Be-amter, oder Kriegsmann. Er taugt seiner Familie wenig, wenigdem Vaterlande und der Menschheit. Sein Lebe» wird demgrößer» Theile nach unnütz verlebt. Mit Fleiß und Erweiterungder Kenntnisse in seinem Fache wäre er der Welt wohlthätig ge-worden, er mochte Tagelöhner oder Feldherr sein, am Pflugestehen, oder auf dem Richtcrstuhlc sitzen. Durch Unwissenheit undUnfähigkeit wird er vielmehr schädlich für das gemeine Wesen,und sein Thun und Treiben wird Sünde, insofern er seine Un-wissenheit selbst verschuldet hat, oder er sich zu einer Stelledrängte oder erheben ließ, der er nicht mit seinen Einsichten ge-wachsen war.
Dies ist der gewöhnliche Fehler der Menschen, daß sie in derWahl ihres Berufes, oder in der Uebcrnahmc von einem Amt,weniger ihre Fähigkeit um Rath fragen, als ihre Habsucht undihre» Ehrgeiz. Sie vergessen dabei die heiligsten Pflichten, wcchesie Gott und der Welt schuldig sind; sic werden öffentliche Be-trüger an ihren Mitbürgern, indem sie sich für mehr geben, alssie sind, und durch den Antritt ihrer Stelle mehr geloben, alssic bei ihrer Ungeschicklichkeit zu leisten im Stande sind. Durchihre Unkunde und Unwissenheit gcrathcn sic nur zu oft in Gefahr,ohne cs zu denken, mancherlei Bösem hilfreiche Hand zu bieten,und mancherlei Gutes zu verhindern, welches bessere Köpfe stif-ten möchten. Denn leider paart sich zur Geistcsbeschränkheit gern