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dich, das heißt, deine» Geist, erst zu dem machte, was er jetzt ist! Undwenn dir das Forschen nach der Wahrheit zuletzt keinen unmittel-baren, äußer» Gewi»» brächte, selbst wenn dein Nachdenken oderSuchen ohne Frncht bliebe: so ist doch schon die bloße Gcistes-übung für dich der herrlichste Nutzen gewesen. Deine Kraft imDenken und Urtheilen ist gewachsen, denn alle Kraft wird erstdurch Uebung gestärkt, so wie sic durch Mangel des Gebrauchsschwächer wird.
Dein Stand und Beruf bietet dir Gelegenheit genug dar zumNachdenken und Forschen. Es ist nicht nöthig, daß du Gegen-stände aufsnchst, die ganz außer deinem Geschäftskreise liegen.Ja, cs ist vielmehr nachthcilig, seine Berufsarbeiten zu ver-nachlässigen, und sich fremden Dinge» hinzugcbcn. Vernach-lässigung des Berufs ist cs aber jedesmal, wenn man nicht alleVermehrung seiner Kenntnisse auf die Verbesserung der Lage undStellung anwcndct, in welcher man nun einmal sich befindet.Man zersplittert dadurch seine Kräfte, vcrthcilt seine Aufmerk-samkeit. Es ist auch gewöhnlich gar selten die Liebe zur Weis-heit, welche den Menschen antrcibt, sich mit Sachen und Kennt-nissen, die außer seinem BerufSkrcisc liegen, vorzugsweise zu be-schäftigen, als vielmehr Hang zur Großthuerei, oder geheimerStolz, der nicht mit seinem niedrigen Stand im bürgerlichenLeben zufrieden ist, und eine glänzendere Nolle spielen möchte.Wer die Weisheit sucht, um Stoff zur Eitelkeit zu haben, wahr-lich, der findet sic nicht, denn er ist auf Abwegen; dem lächeltGottes Gnade nicht; der ärntct unter den verständigen Menschen,statt des erwarteten Beifalls, nur Spott und Verachtung.
Da rum begnüge dich mit deinem Berns, selbst wenner nicht ganz mit deinen Neigungen übcreinstimmt,und du ihn wider deinen Willen hast ergreifen müs-sen. Aber mache ihn ehrenvoll durch die Art und Weise, wie