Druckschrift 
6 (1853)
Seite
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Hauptpflicht. Dazu gab uns Gott die verschiedene» Anlage» desGeistes, nämlich Vernunft, Verstand, Einbildungskraft und Gc-dächtniß, daß wir mit diesem Pfunde wuchern und cs nicht ver-graben sollen. Niemand zündet ein Licht au, sprach Jesus, undsetzt cs unter den Scheffel. (Luk. 11, 32.) Darum rief Paulusseinen Freunden zu: Lieben Brüder, was wahr, was ehrbar,was recht, was lieblich ist, was wohl lautet, dem denket nach.(Phil. 4, 8.) Selbst Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seineewige Kraft und Gottheit, wird ersehe», so man das wahrnimmtan den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt. (Rom. 1, 20.)

. Wir bringen den größten Thcil unserer Tage damit hin.unscrm Körper mancherlei Fertigkeiten und Geschicklichkeiten zuverschaffen, Handwerke, Künste und andere Gewerbe zu erlernen,wodurch wir unser Brod verdienen können; wir lassen uns sogarnicht verdrieße», oft mit großer Mühe Dinge zu lernen, welchekeineswegs zu unscrm Nutzen,.sondern bloß zu unscrm Vergnügengehören. Wenn wir nun so viele Sorge für den sterblichenLeib anwcndcn: warum wollen wir nicht auch auf die Nahrungunscrs Geistes bedacht sein, der sich der Unsterblichkeit erfreuensoll? Ist der Geist nicht edler denn der Leib?

Nein, bei vielen unserer heutigen Menschen ist der Leib edler,denn der Geist. Sie sorgen mit Eifer für die Schönheit ihresKörpers; weihen viele kostbare Stunden dem Schmuck desselbendurch zierliche Gewänder; wissen durch Anstand, Anmuth undHöflichkeiten zu gefallen; können durch Gewandtheit und Beweg-lichkeit der Glieder in Tanzsälc» bezaubern; üben sich, überallmehr zu scheinen, als sic sind. Aber der unsterbliche Geist diesergewandten, geputzten, artigen, bcifallsüchtigen Wesen ist arm,leer, verwahrloset.

Nicht der Leib ist cs, der uns über die Thicrc erhöht, denhaben wir mit ihnen gemein sondern der Geist. Nicht in Rück-