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6 (1853)
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saß, und mit Wißbcgicrde fragte, um sich zu belehren und mitEinsichten zu bereichern, und schon durch seine Antworten bewies,daß er im Stillen für sich über die hohen Wahrheiten nachgcdachthabe, über welche er sich nun mit ihnen unterhielt! Sic er-staunten über die Verständigkeit des wunderbaren Knaben.

Allein von da an, bis zu seinem Eintritt ins öffentliche Leben,schweigen die Geschichten von ihm. Das Evangelium begnügtsich, diese ganze Reihe von Jahren mit den wenigen, aber nach-drücklichen Worten zu schildern: Und Jesus nahm zu an Weis-heit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. (Luk. 2, 52.)

Wenn das Leben Jesu Christi ein Vorbild und Muster desunsrigcn sein soll: wer wird nicht wünschen, daß von uns undJedem ein Aehnlichcs gesagt werden könnte? Das Zunchmcnan Weisheit, das heißt an Erkcnntniß des Wahren und Nütz-lichen, und daraus entspringender größerer Frömmigkeit, istJedermanns erste Lebenspflicht; damit steigt zugleich auch dieGnade, welche wir vor den Augen Gottes und den Menschengenießen.

Die Religion Jesu ist zwar selbst keine gelehrte Wissenschaft,sondern eine Kraft Gottes, die Sünder selig zu machen; sic istzwar nicht bloß für hocherlcuchtctc Männer und Gelehrte ge-geben, sondern einfach und klar, daß sic auch von den Ununter-richtctcn, auch von dem Kinde, dessen Verstand einigermaßenreif ist, begriffe» werden kann; sic fordert zwar nicht auf, daßwir uns Alle mit Erwerbung von Wissenschaften und gelehrtenDingen beschäftigen sollen, sondern ermahnt vielmehr, daß Jederseines Standes und Berufes pflegen soll, in welchen er durch dieVorsehung versetzt worden ist. Doch macht sie uns das Fortschreitcnin Erkcnntniß alles Wahren und Nützlichen, die Aufklärung undBefreiung unsers Verstandes von Jrrthiimcrn und Vorurtheilcn,die Ausbildung und Stärkung unsers unsterblichen Geistes zurVI. 3