Druckschrift 
6 (1853)
Seite
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gcs Geizen nach der Gunst des andern Geschlechts. Alle Beredsam-keit einer erheuchelten oder erkünstelten Leidenschaft, alle ihre rüh-renden Versicherungen, Thräncn und Eide werden versucht, dieLeichtgläubigkeit eines schwachen Wesens zu überlisten, Hoffnungenzu erwecken, Neigungen cinzuflößen, die unerfüllbar oder strafbarsinv. Und dies Alles geschieht, um das leer Herz zu beschäftigen,um den elende» Triumph zu haben, Leidenschaften erregen zu kön-nen , und seiner Eitelkeit ei» Opfer zu bringen. Diese ver-brecherischen Wirkungen männlicher Gefallsucht, im Widerstreitmit dem wahren Ehrgefühl des Mannes und dem Gebot derReligion, haben schon namenloses Unglück in zahllose Familienverbreitet. Aber Verbrechen dieser Art, durch welche nur zu oftdie Ruhe eines cdeln Herzens geraubt, die Glückseligkeit einesganzen Lebens zerstört wird, gehören zu denen, welche keine welt-liche Obrigkeit vor ihren Nichtcrstuhl fordern kann. Eben darumsicht man sic frecher verübt. Nur Gott richtet sie; aber umso furchtbarer wird er den Mord richten, den der Gefallsüchtigean dem Lcbcnsglück getäuschter Gutmüthigkcit verübte!

Jüngling, Mann, dessen Eitelkeit und Gefallsucht um dieLiebe schuldloser, vielleicht schwacher Herzen buhlt, der du Nei-gungen in die Brust einer Unglücklichen pflanzest, welche du nichtohne vergrößerte Verbrechen crwiedcrn darfst: bist du minderstrafbar, als der Giftmischer, welcher den Tod im Honig über-reicht? Rechtfertigt es dich, daß deine Liebelei fern von Un-kcuschhcit blieb, und nur eine angenehme Tändelei mit Gefühlensein sollte?

Du täuschest, Betrüger. Gott richtet. Dein Betrug brichtei» Herz, oder wird cs noch brechen, und eine Gesundheit durchheimlichen Schmerz untergraben, oder einem frommen Gemüthden Glauben an die Menschheit entreißen. Mörder, Gott