aber inwendig sind sie voller Todienbeine und allen Unflachs!(Math. 23 , 27.)
Allerdings ist ein anständiges Bemühen des Mannes, Andernzu gefallen, an sich keineswegs tadclhaft, sondern sogar Pflicht;doch nur ein Bemühen, das ihm anständig ist, das heißt,welches seiner cigenthümlichen Bestimmung entspricht. Das Weibsoll und kann nur durch Amnuth und Zartheit, der Mann nurdurch Würde und Kraft gefallen. Sucht er als Mann mit denEigenheiten und Künsten des Weibes zu glänzen, so tritt er ausdem ihm von der Natur angewiesenen Kreise, wie das Weib,wenn es durch Würde und männliche Kraft liebenswürdig znwerden hofft.
Allerdings ist cs Pflicht des Mannes, auch auf sein Acuße-rcs gebührende Sorgfalt zu wenden, daß er mit demselben rheilsnicht zurückschrccke, thcils nicht dem großen Haufen, welcher nuneinmal gewohnt ist, nach der Außenseite zu richten, zu schiefenBcurtheilungcn Anlaß gebe. Unrcinlichkeit, Nachlässigkeit, Ver-wahrlosung des äußerlichen Anstandes, rohes Benehmen, grobeWorte finden auch bei allem übrigen inncrn Werth des Manneskeine Rechtfertigung; denn sie vcrrathen einen Mangel an Ach-tung, welche wir denjenigen schuldig sind, mit denen wir um-gehen; sie vcrrathen eine gewisse Rohheit und Hirte des Gcmü-thcs, die sich selten mit jenem Zartgefühl vcrc'ibarcn läßt, wel-ches das Christcnthum in Ausübung vieler Plichten fordert. Dacs keinem Sterblichen möglich ist, mit dem -rsten Blick den innernWerth oder Unwerth seines Nebcnmcnschenzu durchschauen, nimmter gern von dem Aeußern den Maßst<v für das Innere. Undmancher würdige, verdienstfähigc Mann, welcher der Welt oderseinen Mitbürgern großen Nutzen stiften könnte, ist selbst daranSchuld, daß er verkannt und unbrauchbar wird, weil er durchUngefälligkeit, Rohheit und Nachlässigkeit in Geberden, Worten