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Bei allen Nationen, in welchen noch Kraft, Ehrgefühl undErnst der Sitten herrscht, gilt das Wort Mann als Sinn-zcichen der Stärke, der Furchtlosigkeit und cdelnFestigkeit. Er steht da, mit seiner Hände Fleiß, durch seinesGeistes Thätigkcit dem Staate,nützlich und rühmlich zu sein; zusorgen für Ernährung und Sicherheit seiner Familie; das Schwertzu führen für seines Vaterlandes Schirm. Durch Fleiß, durchKcnntniß, durch Einsicht, durch Unerschrockenheit, flößt er demschwächer» Gcschlechte Ehrfurcht und Vertrauen ein. Je größersein Verdienst, je sicherer darf er auf die Hochachtung der Töchterund Frauen hoffen, und ans lohnende Liebe. Das Weib will sichnicht dem Weibe vermählen, sonder» dem Manne, der Kraft hat,es zu erhalte» und zu beschirmen. Er bedarf keiner andern Künste,um zu gefallen. Weibische Ziererei und Putzsucht, und über-mäßige Sorgfalt für das Schöne in Gestalt und Gebcrdc, rau-ben ihm nur seine Würde, statt sic zu erhöhen.
Nur dann, wenn die Nationen sich ihrem Verfall nähern;wenn das Religiöse erloschen ist, und höchstens noch in einmaleingcführteii Gebräuchlichkeiten fortdaucrt; wenn man für grobeLaster feinere Benennungen erfunden hat; wenn Selbstsucht dieGöttin des großen Haufens ist; Redlichkeit mit Vcrstandcsschwäche,Sittsamkcit mit äußerm Anstand verwechselt wird; wenn man keinanderes Hciligthum mehr kennt, als das Gchcimniß des Eigen-nutzes; wenn mau für nichts mehr lebt, als für das Geld, füräußern Glanz, für die thicrischen Gelüste des Gaumens und derWollust — dann erblickt man auch zahlreicher die weibische»,zierlichen, unkräftigcn Männergestalten, die den Mangel bessererVerdienste durch das Flittcrwerk der Gefallsucht ersetzen wollen,und ihren Ruhm in den Kunststücken begründen, die Unschuld zuverführen, und eitle Weiber zu berücken und zu täuschen,
Ihr seht sic in großen und kleinen Städte», und am meisten