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Die L e s e s u ch t.

2. Tim. L, 10. 17.

Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen,

Christ, so versäume nicht, das Wort dcö Herrn zu lese»;Bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt,

Den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält.

Um deines Herzens Muth, dcö Geistes Recht zu stärken,Ersammle Weisheit dir ans weiser Männer Werken;

Die Hinterlassenschaft, der Schatz der Gcistcrwclt,

Die vor dir lebt', ist da als Echtheit ausgestellt.

Jedoch mit Vorsicht nimm, und lies und prüf' und wähle,Daß statt der Wahrheit nicht sich Zrrthum zu dir stehle;Denn auch der Thorhcit, auch den Lastern dient die Schrift,Und beut, statt Honig, dir des Todes süßes Gift.

Äuch das Wachsen in Erkenntniß hat seine eigcnthümlichc» Ge-fahren, insofern man dasselbe durch Lesung von Büchern ver-schiedener Art befördern will und muß. In jenen Zeiten, alsman noch keine andern Bücher hatte, als solche, welche von ein-zelnen Händen geschrieben und wieder mühsam abgeschricbcn wer-den mußten, wagten cs nur vorzügliche Männer, ihre Gedankenaufzuzeichncn und durch die Schrift auszubrcitcn. Obgleich esauch schon damals nicht an ähnlichen Arbeiten schlechter, selbstschädlicher Art fehlte denn was ist Vortreffliches unter demMonde, was nicht der Mensch durch Mißbrauch verdürbe! sokonnten doch werthlosc Arbeiten nicht hoffen, lange in der Nach-kommenschaft fortzudaucrn, weil sie die Mühe nicht belohnten,durch Abschrift vervielfältigt zu werden.

Ein Anderes aber ist cS in unfern Tagen, da durch einfacheDruckwerkzcugc das schlechteste, wie das beste Werk mit wunder-