32
Dem Handeln ist das männliche Lebensalter geweiht, demnützlichen, allscitigcn Strebe» zur Vermehrung des allgemeinenLebcnsglückcs. Darum trat der Mann als thätigcs Mitglied indie bürgerlichen Verhältnisse ein, übt er Gewerbe und Bcamtmig,wird er Vorsteher und Untergebener, Gatte und Vater. Darumumschlingt ihn nun das Leben mit allen Kräften, daß er seineKräfte dagegen übe, und sich ans dem Sinncnlcbcn zum besserncmporschwinge. Nun soll, was das Kind gelernt, was der Jüng-ling entworfen, in Uebnng und That anSgehcn. Ihn soll dieFreude erheben, wie der Schmerz. Ehre, Wohlstand und alleäußere Herrlichkeit ist Nebensache; ist nur Hilfsmittel und Werk-zeug für den Geist, daß derselbe erscheine in seiner gottähnlichen,weltbcseligcndc» Stärke, in Gerechtigkeit, Treue, Wahrheit, Liebe,Großmuth und jeder Aufopferung für das Gute.
Auf gleiche Weise die Jungfrau, die Gattin, die Hausmutter,die Pflegerin der Kindheit, die Dienerin. Sie ist nicht mehrsich selbst überlassen; sie gehört der Welt mit einer ganze» Ncihcmannigfaltiger Pflichten an. Sie muß nicht mehr für sich, sicmuß für Andere sorgen. Es ist die Zeit des Handelns und Wir-kens. Was die Hände schaffen, ist eine todte Waarc; aber derGeist, wie er in den Werken lebt, das ist das Höchste.
In dem Zeitraum des Wirkens, früher nicht, trat JesusChristus öffentlich auf. Seine Kindheit und Jugend sind füruns verborgen. Am erhabensten ist der Mensch, wenn er sclbst-thätig ist. Das Kind, die Jungfrau und der Jüngling sindleidend. Sie greifen weniger ins Leben ein, als vielmehr dasLeben auf sie hincinwirkt, und sie leitet. Das männliche Alterist der erste Versuch des unsterblichen Geistes, seine Schwingenzu regen — gottähnlich die hohen Werke zu thun, welche Gottfordert — Seligkeit und Wohlsein zu verbreiten. Daher dauertauch dieses Alter am längsten. Es erstreckt sich in seiner Kraft