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6 (1853)
Seite
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Einer sich durch die Einsichten und Erfahrungen des Andern be-lehre, erhebe, veredele. Zn jedem einzelnen Menschen soll gleich-sam immer das Licht der ganzen Menschheit leuchten, daß er dieheilige Flamme vermehre und Andern mitthcilc. Um die Men-schen zum gesellschaftlichen Beisammensein durch die stärkste» Mittelzu nöthigen, machte Gott dem Kinde eine» vierjährigen Beistandder Aeltcrn nothwendig. Noh und thicrisch würde der Sterblichegeblieben sein, wenn er sich Seinesgleichen, wie andere Geschöpfein der Bcgattnngs- und Bcrufszcit, nur kurze Zeit gefreut, unddann wieder ein einsames Leben für sich gesucht hätte; oder wenner, nach einer nur mondcnlangen Kindheit, stark genug gewesenwäre, sich selber zu helfen. Da würde kein Reiz zu gegenseitigerMitthcilung und Belehrung, kein gcnicinschaftlichcs Verschönerndes Lebens, keine Vereinigung vieler Kräfte zu einem großenUnternehmen, kein Austausch von vielseitigen Erfahrungen, keinedler Wetteifer um das Vollkommenste stattgcfundcn haben.

Das Kind und die lange Dauer menschlicher Kindheit ist alsodie große, für Veredlung des Sterblichen nothwcndigc Veran-lassung zum bleibenden Veisammculebcn der Familien und Völker.Nicht das Wohlsein des Leibes, sondern des Geistes, ist vondieser Einrichtung der letzte Zweck.

Aber diese Äinderjahrc und deren Unbchilflichkeit mußten auchfür das Kind und dessen Geist aus gleicher Ursache von längererDauer als beim Thicre sein. Denn das Kind soll die Weisheitund die Tugenden seiner Aelter», die in der menschlichen Gesell-schaft vorhandenen Schätze von Kenntnissen zu seiner eigenengeistigen Vervollkommnung aufsammcl». Es soll durch sein kör-perliches Unvermögen gezwungen werden, bei seinen Aeltcrn undin der Gesellschaft von Seinesgleichen zu verharren. Wäre csnach einer Frist von einigen Monaten fähig, sich aus eigenerKraft alles Nöthige zu verschaffen, so würde cs eben so schnell,