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6 (1853)
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welches die längst verwesete Mutter legte, entdecken und verzehrendie ihnen gedeihliche Speise. Alle andern Geschöpfe könne» so-gleich ihre schnell entwickelten Kräfte gebrauchen, sich selber Höhlenund Nester bauen, sich selber beschützen nur der Mensch nicht.

Arm und nackt, ohne natürliche Waffen, ohne eine ihm vonder Natur verliehene Bekleidung, tritt er in die Welt. Es gehtein Jahr vorüber, che er nur fähig ist, auf seinen schwachenFüße» ohne fremden Beistand zu laufen. Es gehen noch einigeJahre dahin, che er nur reden lernt, um seine Acltern und Brü-der und Schwestern ganz zu verstehen, oder sich ihnen mitzu-thcilen. Es verlaufen wieder andere Jahre, che er Kräfte genughat, sich selber die dringendste» seiner Bedürfnisse anzuschaffcn.So verstreicht ein Zeitraum von scchszchn, zwanzig und inchrcrnJahren, bevor er der Pflege seiner Erzieher und der gänzlichenUnmündigkeit entwachse» ist.

Betrachte» wir diese langwierige Unbcholfcnhcit nur aus demGesichtspunkt des bloß sinnlichen Lebens, so muß sic uns sehrzwecklos und traurig erscheinen. Welch eine Zeit geht verloren,ehe wir unser selbst ganz mächtig werden und das Leben genieße»können! Der kleinste Wurm übcrtrifft uns in dieser Rücksicht.

Aber wir sind keine Thierc. Wären wir nichts als solche, sowürden wir keine so ungeheure Verlängerung der Kindheit nöthighaben. Der bloße Naturtrieb würde uns Alles so schnell lehren,wie durch ihn die Thierc unterrichtet werden. Das Wichtigste inuns ist nicht die Pflege des Leibes, sondern Entwickelung dergeistigen Kräfte zum höher» Dasein, zum unsterblichen Fortdauern.Und für das Ewige sind zwanzig Jahre der Kindheit wahrlichein unendlich geringerer Zeitraum, als für ein hundertjährigesThicrlebcu die kurze Kindcrzcit von etlichen Monaten.

Zur Entwickelung der Geisteskräfte ist das Leben der Geistermit Geistern, der Menschen mit Menschen, nothwendig, daß