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6 (1853)
Seite
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weil wir leben; aber wir leben nicht, weil eine Welt außer unsdastcht.

Wer nur ein Kind ist, ui» sich ernähren zu lassen; Mannwird, nm Andere zu ernähren; Greis wird, »in von seinenAcrntcn sich gütlich zu thnn: der stellt sich in die Rang-ordnung der Thicrc; er hat keine Ahnung von dem Höher»und Ewigen in ihm selber; darum sieht er sich in allen Erwar-tungen schmerzlich getäuscht. Er rufti Es ist Alles eitel! Esverdrießt ihn das Leben. Sein eigener Geist erkennt das Ver-ächtliche des Irdischen aber warum bleibt er dabei stehen, underkennt sich nicht selbst?

Jedes Lebensalter hat seine eigenthümliche Bestimmung; nichtbloß zum Irdischen, sondern zum Ewigen auch. Diese Bestim-mung sollen wir nicht verkennen, wenn uns das ganze Lebendeutlich werden soll, so wie die Weisheit dessen, der uns indasselbe hincinricf.

Wie elend erscheint uns die Kindheit des Menschen,wenn wir darin nichts erblicken, als eine Reihe von Jahrenvoller Schwäche, damit wir desto länger von unser» Acltcrn be-sorgt und genährt werden, und wir desto länger ihr Spiel undihre Freude sein könne»! - Wozu dies? Wie soll ich darin dieWeisheit des Schöpfers erkennen, die sich nirgends, auch nichtin der Lcbcnseinrichtung und Erhaltungsart des kleinsten Mooses,verläugnct? Warum bleibt der Mensch in einer so außeror-dentlich langen Unbeholfenheit, da alle Thicrc viel schneller ausderselben hcrvorgchcn, also darin wesentlichen Vorzug vor de»Menschen haben? Wenige Monate nach ihrer Geburt entfernensich die meisten Thicrc von ihrer Mutter, und suchen ihre Nah-rung selbst. Die jungen Löwen durchstreichcn die Wildniß nachRaub; die kaum dem Nest entschlüpften Vögel erkennen im Waldeihr Futter; die Nanpcn, wie sie aus ihrem Ei hervorkriechen,