Jachr ihm FriedeIn der Mitte seiner Acrnten;Und in hcil'ger WintcrstillcBlickt cS, sich bereitend,
Einem neuen Lenz entgegen.
ä8as hat dcr Mensch von aller seiner Mühe, die er hat unterder Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; dieErde aber bleibt ewiglich. (Predig. Sal. 1, 3. 4.) So klagteSalomo, da er einen Blick auf das Vergängliche aller Dingedes Lebens warf. Ihn aber tröstete die göttliche Weisheit.
Es leben Viele, die da klagen wie er, und ihr Dasein nichtbegreifen. Doch die Weisheit tröstet sie nicht, weil sie derselbenfremd bleiben. Ich war jung, spreche» sic, und brach im Gartenmeiner Kindheit mehr Dornen, als Rosen; und da ich älterward, bin ich die Bentc verzehrender Leidenschaften geworden.Mühe und Arbeit erfüllten meine Tage; doch was ich baute, zer-schlug das Schicksal; was ich sammelte, war dcr Raub für An-dere. Ich bin alt geworden, nun fliehen meine Kräfte; nun ichgenießen möchte, fehlt mir die Lust dazu. Das Ende meinerTage eilt heran, und ich frage mich vergebens: wozu waren sie da?
So klagen die, für welche das Leben niemals eine höhereBedeutung empfangen hatte; die darin keine Verwandtschaft mitdem, was göttlich und ewig ist, erkannt haben. Darum, weilsie Alles so hinfällig und alle Mühe eitel sahen, wurden sie irream Leben und an sich selbst; sic hatten Mittel und Werkzeug fürden Zweck selbst, und die Laufbahn für das Ziel gehalten. Siehaben den Schlüssel zum Räthscl ihres Daseins außer sich, undnicht in sich selbst gesucht, darum konnten sie ihn nicht entdecken.Aber das Dasein, das Leben liegt in uns, und nicht außer uns:so sollen wir auch de» Zweck davon in unserm Innern, nicht imAenßern suchen. Was in der Welt ist, nehmen wir nur wahr