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6 (1853)
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erhaben, und Leuten von vermeinter feiner Bildung ähnlich ge-halten zu werden. Aber ihre Schuld ist nicht geringer und ihreVcrachtungswürdigkeit nicht kleiner. Denn sie sind vollen Ernstes,und, gegen ihre bessern Ueberzcugnngcn, auf dem Wege, soherz-und seelenlos zu werden, als es die schon find, denen sie ausUnverstand nachahmcn, um auch in der Welt für etwas zu gelten.

Es läßt sich beinahe behaupten, daß man unter gewissen Ein-schränkungen den Werth und die Gcmüthsart eines Menschen, sowie seinen Geschmack und Verstand, mit ziemlicher Sicherheitaus der Art und Weise seines Scherzes entdecken könne. Hierspricht sich der eingebildete Selbstsüchtige, hier der Wollüstling,hier der bittere Gallsüchtige, hier der Schadenfrohe, hier derGlanbcnlose, hier der Geck, hier der Mensch ohne Gewissen amunbesonnensten aus. Demi Eitelkeit ist so gut, wie jede andereLeidenschaft, einem Rausche gleich, welcher offenherzig macht.Und zehnmal für einmal wird man wahrnehmen, daß bewunde-rnngsbegicrigc Eitelkeit eben so oft und weit mehr noch Mutterwitziger Einfälle und Scherze ist, als die Begierde, seinem Näch-sten ein bloßes Vergnügen zn verursachen. Wie aber kannaus unlautern Quellen das Reine hcrvorströmen, und ein edlerScherz aus uncdclm Gcmüth?

Und kann ich es, allwissender Gott, der Du das Verborgenstemeiner Gedanken, das Dunkelste meiner Gefühle kennst, kannich cs Dir verhehlen, daß auch meine Scherze nicht immer Er-güsse einer reinen Freude waren, welche pur Freude verbreitensollten? Kann ich es vor Dir läugncn, daß auch mich zu-weilen ach, vielleicht nur allzuoft! eine schadenfrohe Tücke,eine elende Eitelkeit berauschte, um mir einen unedeln Scherzzu erlauben?

O wie oft habe auch ich wohl gefehlt, und mitten in derFreude mich ihrer unwürdig gemacht! Der Unterschied zwischen

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