ernst bei ihren christlichen Freunden auf Beobachtung des Wohl-anständigen und Reinsittlichen im geselligen Umgang, ohne des-wegen ihnen die Thcilnahme an fröhlichen Unterhaltungen zuverbieten. So warnte Paulus, der Apostel, die Ephcser vorjeder Ausgelassenheit: „Auch lasset", schrieb er ihnen,„nicht von euch gesagt werden schandbare Worte undNarrcnthcidingc oder Scherze, welche euch nicht ge-ziemen." (Eph. 5, 4.)
Der Scherz und die Lustigkeit im geselligen Leben find ebenso wenig eine Sünde, als cS die Heiterkeit des Gcmiithcs ist,aus welcher sic entspringen. Ich weiß zwar wohl, baß cS strengeoder finstere Sittenrichter geben mag, welche auch die kleinstenNeckereien verdammen und den unschuldigsten Scherz für sträflichhalten wollen; welche verlangen, man solle sein ganzes Lebenin ein Dasei» voller Anbetung, Reue und Buße verwandeln;ich weiß, daß cs Menschen gibt, welche sich cinbilden, Gott amgefälligsten zu sein, wenn sie in dumpfen Zellen durch Kasteiungenund Vcrzichtlcistung auf allen frohcrn Lebensgenuß ihre Tage zueiner Kette von Schmerzen machen; allein ich weiß auch, daßdies Alles nur die Frucht eines grausamen Mißverständnisses,einer kranken Einbildungskraft, einer irreleitcndcn oder irrege-leiteten Schwermuth ist. Nicht daß ich diese Unglücklichen tadelnmöchte; ihr Wille ist fromm, und darum löblich, ihr Ziel heilig,aber ihr Mittel übel gewählt und verderblich. Aber ich weißauch, daß Gott sowohl durch den Mund der Natur, als durchsein Wort die Sterblichen ermuntert, mit den Fröhlichen fröhlichzu sein.
Daneben aber ist zugleich nicht zu läugnen, daß der Scherzan sich selbst schon ein zartes, gefährliches Wesen sei, wo manbald, zumal wenn in Fröhlichkeit und guter Laune das Herz regerschlägt, zu weit gehen, und sich in Ausgelassenheit verirren kann.
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