lange Dauer. Sic könne» unterhalten und belustigen, unddennoch wird ihnen keine wahre Achtung und Freundschaft zu Thcil.Früher oder später lassen sic wieder ziemlich unvorsichtig die Larvefallen, besonders wenn der Ton der Gesellschaft, in welcher siesich befinden, nach und nach fröhlicher und ungezwungener wird.Dann find sie gewöhnlich die Ersten, welche die zarten Grenzlinien des Anständigen überschreiten, und vom Muthwillen sichin das Ausgelassene verlieren. Dann trete» die verborgenenLeidenschaften eine um die andere, anfangs noch schüchtern, baldkecker hervor. Dann spricht neben der begierigen Gefallsucht zu-gleich Neid, Schadenfreude, Bosheit, Rache, Unchrcrbictungvor dem, was heilig sein sollte, aus ihren Einfällen und Scherzen;und ihr eigener Witz dient dazu, die ganze Häßlichkeit ihres in-ner« Zustandes an den Tag zu bringen.
Ein von unreinen Gefühlen und Gesinnungen beherrschterMensch kann auch im Scherz nur das Unreine wieder geben,und wird auch im Tändeln nur giftige Pfeile auSwcrfcn. Manwird seinen Witz vielleicht belachen, auch wohl bewundern, ihnselbst aber fürchten und heimlich verachten. Ei» edler Menschwird auch im Scherzen edel bleiben; und indem er diejenigen,welche mit ihm sind, zu erheitern strebt, theilt er ihnen nur dieFreudigkeit seines Gcmüthes mit, ohne sich deswegen seiner Würdezu cntäußern. So erscheint der Christ im gesellschaftlichen Um-gänge, und bewährt auch hier, daß nur die Tugend wahrhaftliebenswürdig machen könne.
Man soll nicht glauben, daß man beim Scherzen in fröhlichenUnterhaltungen nicht die Worte allzngenau wägen müsse. Esgibt durchaus in der Welt kein Vcrhältniß, durch welches das,was unrecht ist, gerecht werden kann; auch der Scherz machtdas Schlechteste nicht gut. Auch da gilt nur: wcß das Herz vollist, davon geht der Mund über; und die Jünger Jesu hielten