Druckschrift 
6 (1853)
Seite
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Unter allen Himmelsstreichcn, in allen Zeitaltern war immerin den Grenzen der heimathlichen Wohnung, wo der weiblichenTugend allein der Thron gebaut ist. Nur in Städten, wo manvon der Natur abgcwichen, die Ordnung der Dinge verkehrt,den Mann weibisch, die Nacht zum Tage macht, findet man imallgemeinen Sittcnverdcrbniffe auch nicht anstößig, wenn dasWeib männisch wird, Gelehrsamkeit treibt, und sich mehr fürdie Verannehmlichnng des gesellschaftlichen, als des stillen häus-lichen Lebens bestimmt glaubt. Da mag cs gepriesen werden,wenn die Jungfrau sich einen Namen macht durch Eroberungen,in Romanen belesen ist und Romane spielt, während sic durchAufwand den Wohlstand der Aeltern schwächt, und deren blindeNachsicht mit ichamloscr Trotzigkeit erwiedcrt; da mag cs ge-priesen werden, wenn Mütter mehr öffentlichen Vergnügungen,als ihren Kindern, oder wenn Gattinnen mehr fremden Män-nern, als denen sie Treue schworen, gehören; dort mag auchbillig sein, daß Weiber im höhcrn Alter, für die Thorheitcn derUeppigkeit untauglich, als Betschwestern oder Ränkemachcrinncnenden.

Unter dem heimathlichen Obdachc, nirgends sonst, ist des Man-nes Erquickung. Da findet er, kommt er aus den Zerstreuungenund Kämpfen des Wcltlebens zurück, Alles wieder, was ihmthcuer ist: Geschwister, Aeltern, Verwandte, Kinder; aller Wohl-stand, den er mit Glück oder Fleiß gewinnt, hier muß er ge-wonnen werden; aller Ruhm, der ihm draußen unter den Frem-den zu Theil wird, erst hier unter den Scinigcn empfindet erdessen ganze Süßigkeit. Zu seinem Neste kehrt der stolze Adlerheim, nachdem er die Himmel durchflogen hat.

Für sein Haus, für seine Familie ist der Mann Alles. Aberim Hause, in der Familie ist das Weib Alles; da ist sie dasbelebende, verschönernde, regierende Wesen. Er ruhet l«cr von