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6 (1853)
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sicht man Jungfrauen sich zierlich schmücken, wo sie zu erscheinenGelegenheit haben; aber die strenge Ordnung und Sauberkeitihres Putzes ist Künstelei, nicht Hcrvorgchcn vom Wesen ihresGcmüthS; denn daheim im Hause mangelt oft, neben Ordnung,Genauigkeit und Bestimmtheit, die Sauberkeit mit dem Ge-schmackvollen. Sic lernen Tanz und Musik, sie lernen fremdeSprachen, Alles, um sich in Gesellschaften dem Auge der Frem-den wichtig zu machen, Bewunderung zu errege»; aber im Hausedurch Demuth, Leutseligkeit und kindliche Ergebenheit, durchweises Betragen gegen Dienstboten, durch zarte Schonung vonAnderer Schwächen, durch gütiges Ermuntern zum Guten, all-gemeine Eintracht »nd Liebe der mit einander verbundene» Le-bensgenüssen herzustellen oder zu bewahren, ist ihnen eine unbckannte Kunst. Sie lesen Bücher, betrachten Kunstwerke, besuchenSchauspiele, schwatzen von wissenschaftlichen Dingen, verstehenwitzig zu sein, stechende Einfälle anzubringcn; aber daheim waöleidet trösten, was mangelt ersetzen zu können, mit Wenigemgenügsam, Nichts für sich, Alles für Andere zu sein, und mitsanft belebendem Geiste ungesucht, ohne Geräusch, die Alltäg-lichkeiten, das Einförmige des hcimathlichcn Stilllebens mit neuenReizen zu bekleiden: diese Kunst ist ihnen fremd, und doch ist csnur in dieser, darin sic groß sein sollen. In Gelehrsamkeit,Witz, Kunstsinn, in allem Andern, was des Mannes Geschäftist, können sic vom Mann übcrtroffeu werden. Je mehr über-haupt das Weib den ihm angewiesenen Kreis der Wirksamkeitvergißt, um auf dem Schauplatze männlicher Thatkraft zu glän-zen, je mehr büßt es von seiner natürlichen Amnuth ein undwird geistig häßlich.

Häuslichkeit ist des Weibes wichtigster Gegenstand; da derKreis ihrer Wirksamkeit, nicht im Geräusche des öffentlichenLebens, der bürgerlichen Verhältnisse. Dorthin wies cs die Natur.