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6 (1853)
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Gemüthsartc», Pflichten und natürlichen Rechtsame» derverschiedenen Lebensalter zn finden; dort lernt die Tochter Voll-kommenheiten und Mangel der Haushaltung, wie des Bcisam-menlebens; dort lernt sic den Bejahrten gehorchen, die Jüngernleiten, Ihresgleichen Gesellin sei» und Untergebenen befehlen.Darum ist das häusliche Leben im Kreise der Geschwister undNeltcr», der Kleinen und Großen die rechte Schule der Töchter.

In öffentlichen Anstalten fehlen Acltern, denen sich das kind-liche Her; vertrauensvoll enthüllt; aber Lehrer und Lehrerinnenstehe» da, vor denen, um nicht zu mißfallen, sich das Innersteschüchtern verschließt, während der äußere Anstand wohl bewachtund zuletzt Hauptsache wird. Da fehlen die hundert kleinen lehr-reichen Tagesvorfällc des häuslichen Lebens, da die gcmüthlichcnEiuzelnhcitcn, welche das Tiefste im Herzen anregcn; eine kalteEinförmigkeit des Hörens und Thuns ist an dessen Statt, undin den besten Erziehern und Gespielen erblickt das Auge des Zög-lings doch nur Fremde. Da fehle» die thcuer» Alten, vorwelchen sich unwillkürlich Ehrfurcht regt; da die Kleinen, welcheder zarten Nachhilfe bedürfen. Die Tochter findet nur Lehrerund Lehrerinnen, die sie, als Fremde, minder schonend bcurthei-len lernt, und viele AltcrSgcnossinnen von verschiedenen Gaben,in deren Gesellschaft sic sich bloß zur leichtfertigen oder behut-samen Gesellschafterin bildet, ohne des häuslichen Lebens Lustund Mühseligkeit anzunchmeu.

So, in den entscheidendsten Jahren der werdenden Jungfrau,empfängt sie eine Richtung, welche für das nachfolgende Lebenselten nothwcndig, oft schädlich ist. Mit halber wissenschaftlicherBelehrung, mit der Gewandtheit, sich vor Andern in ihrem Sinnzu verbergen, mit gesteigerter Kunst für das äußerliche Anstän-dige, mit erhöhter Neigung und Gabe, in kleinen Wichtigkeitender Gesellschaft zu schimmern, tritt sic in das einfache Hauslcben