„Wirklich?" sagte der Fremde. „Das kann ich kaum glau-ben, mein Freund."
„Meine Mutter würd' es Euch sagen, wenn sie noch lebte,"erwiedcrte Cuddie; „sie hat mir Alles auseinandergesetzt; dennich glaubte, der Mann wäre bloß verwundet gewesen- Ersprach von der Vertreibung der Stuarts und nannte selbstihre Namen und sagte, was für eine Rache gegen Claverhouseund seine Dragoner bereitet werde. Der Mann hieß HabakukMucklewrath, — es hat ein wenig bei ihm gerappelt, aberein Prediger war er doch."
„Ihr scheint in einem reichen und friedlichen Lande zu le-ben," sagte der Fremde.
„Man kann nicht klagen, Sir, wenn das Getreide in derScheuer ist," sagte Cuddie. „Wenn Ihr aber das Blut dortoben auf der Brücke hättet rinnen sehen, so schnell wie dasWasser unten, nun, das hätt' Euch nicht so gefallen."
„Ihr meint wohl die Schlacht vor einigen Jahren? —Ich habe an jenem Morgen dem Herzog von Monmouth meineAufwartung gemacht und ein Stück von der Schlacht mit an-gesehen," sagte der Fremde.
„Das war ein schöner Spaß, der hat mir das Fechtenauf Lebenszeit verleidet," entgegnete Cuddie. — „Nach Euremrothen gestickten Rock und Eurem Tressenhut würd' ich Euchfür einen Soldaten halten."
„Und auf welcher Seite wart Ihr denn, mein Freund?"fragte der Fremde wiederum.
„Ei!" erwiedcrte Cuddie mit einem schlauen Blicke, „da-mit ist man nicht so bei der Hand, wenn man den Fragernicht kennt."
„Ich billige Eure Vorsicht; doch habt Ihr sie jetzt nichtnöthig. Ich weiß, Ihr wart damals Heinrich Mortons Diener."