Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

mit größerer Gelassenheit zu ertragen, als er erwartet hatte,wenn ihm eine solche Lage voraus verkündigt worden wäre,und dennoch gebrach es ihm an jenem ermunternden und be-lebenden Gefühle des Rechts, das ihn in ähnlichen Verhält-nissen aufrecht hielt, als er sich in Clavcrhonse's Gewalt be-fand. Damals wußte er, daß unter den Zuschauern Vieleseine Lage bedauerten und sein Benehmen billigten. Jetztaber, unter diesen blödsinnigen, grausamen Fanatikern, aufderen eiserner Stirn nicht bloß Gleichgültigkeit, sondern auchTriumph über seine Hinrichtung zu lesen sein sollte, ohneeinen Freund, der ihm ein liebendes Wort zuspräche, odereinen Blick des Mitgefühls auf ihn richte das Schwerterwartend, das ihn tödten sollte: iss es zu verwundern,daß jetzt seine Gefühle weniger unerschütterlich waren, alsbei irgend einer andern Gefahr? Seine bestimmten Henkerschienen, als er sie anblickte, sich zu verwandeln gleich Ge-spenstern in einem fieberischen Traume; sie vergrößerten sich,und ihre Gesichter wurden verzerrt, und wie die aufgeregteEinbildungskraft über die Eindrücke herrscht, welche das Augeempfängt, so kam es ihm fast vor, als befände er sich unterTeufeln, statt u»tcr menschlichen Wesen. Die Mauern schie-nen von Blut zu triefen, und das leise Picken der Uhr klangihm so laut und schmerzlich, als wäre jeder Ton ein Nadel-stich in sein Ohr.

Schmerzlich berührte ihn dies Schwanken am Rande desGrabes. Er suchte mit aller Gewalt Fassung zum Gebete zuerringen, und unfähig in diesem furchtbaren Kampfe der Na-tur, seine Gedanken zu ordnen und anszudrücken, nahm erinstinktmäßig seine Zuflucht znm Gebete um Gemüthsruheund Geistesfassnng, das sich im allgemeinen Gebetbuche derenglischen Kirche befindet. Macbriar, dessen Familie sich zu