genheit zu ergreifen, eine so ansehnliche Gemeine zu erbauen.So viel aber ist gewiß, daß er die Gelegenheit beim Schopfpackte, ans die Kanzel sprang, die wilden Augen um sich warf,ohne auf das Murren vieler Zuhörer zu achten, die Bibelöffnete und seinen Text las: „Es sind gewisse Kinder deSBelials ausgegangcn unter dir und haben verführet die Be-wohner dieser Stadt, und gesaget: lasset uns gehen und an-dern Göttern dienen, die ihr nicht ken'net." Hierauf ging ersogleich zu seinem Gegenstände über.
Die Rede Mucklewrath's war so wild und schwärmerisch,wie sein Auftreten unbefugt und ungcmäß; aber sie war zu-sammenhängend und sehr aufreizend, insofern sie sich geradeum die Gegenstände der Zwietracht drehte, dtren Erörterungman auf eine gelegenere Zeit aufzufchieben übereingekommenwar. Er vergaß nicht das Geringste, was verletzen konnte,und nachdem er die gemäßigte Partei der Ketzerei, der Krieche-rei vor Tyrannen und des Bestrebens beschuldigt hatte, mitGottes Feinden Frieden zu stiften: beschuldigte er namentlichMorton, daß er einer von den Kindern Belials sei, der, wiees im Texte hieß, ausgegangen wäre, die Bewohner der Stadtzu verführen und falschen Göttern nachzugehen. Ihm undAllen, die ihm folgten, verkündigte Mucklewrath Zorn undRache, und ermahnte Diejenigen, welche sich rein und unbe-fleckt erhalten wollten, aus der Mitte von Jenen zu scheiden.
„Fürchtet nicht" — sagte er — „das Wiehern der Rosseund das Glänzen der Harnische. Sucht nicht Hülfe bei denEgyptern von wegen des Feindes, und wär' er auch so zahl-reich wie die Heuschrecken, und wild wie die Drachen. IhreZuversicht ist nicht wie unsere Zuversicht, ihr Fels nicht wieunser Fels; wie würden sonst Tausend fliehen vor Einem, undZwei Zehntausend in die Flucht schlagen? Ich träumte, und