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11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
167
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Ich bin von meiner Kindheit an Aufrichtigkeit gewöhnt,"sagte Editha,und muß, wenn ich einmal spreche, meinewahre Meinung äußern. Gott allein kennt das Herz; dieMenschen aber müssen die Absichten nach den Handlungenbeurtheilen. Vcrrath, Mord durch Schwert und Galgen, dieUnterdrückung einer harmlosen Familie, wie die unsere, dienur zur Verteidigung ihres Eigentums die Waffen ergrif-fen: das sind Handlungen, die Jeden beflecken müssen, derTheil daran genommen, so sehr sie auch durch hochklingendeNamen beschönigt werden."

Die Schuld des Bürgerkrieges," entgegnet der Reiter

das Elend, welches er mit sich führt, haben Diejenigen,welche ihn durch gesetzlose Unterdrückung hervorgerufen, vielmehr zu verantworten, als Die, welche zu den Waffen ge-trieben worden, um ihre natürlichen Rechte als freie Männerzu verteidigen."

Das heißt Etwas voranssetzen, was erst bewiesen wer-den muß," erwiederte Editha.Jede Partei glaubt sich inihrem Rechte, und darum liegt die Schuld auf Seiten Derer,die zuerst das Schwert zogen; wie bei einem Streite dasGesetz Diejenigen für strafbar hält, die zuerst zu Gewalttä-tigkeiten geschritten sind."

Ach!" rief der Reiter,läge darin unsere Rechtfertigung,wie leicht wäre der Beweis, daß wir fast mit übermenschlicherGeduld gelitten, ehe wir offenen Widerstand geleistet haben.

Aber ich bemerke," fuhr er ticfaufseufzend fort,daß ichvergebens vor Miß Bellenden eine Sache verteidige, überdie sie zum Voraus abgenrtheilt und vielleicht ebensosehr ausAbneigung gegen die Personen, als gegen die GrundsätzeDerer, die dabei betheiligt sind."

Verzeiht!" antwortete Editha;ich habe nur freimüt-ig