durch Blutverlust, Schlaflosigkeit und Mangel an Nahrungso entstellt war, daß Niemand den tapfern Krieger wiedererkannt hätte, der sich in dem Treffen bei Loudonhill so hel-denhaft geschlagen. Er verrieth bei Mortons unerwartetemEintrittte einiges Erstaunen.
„Ich bedauere, Euch in diesem Zustande zu sehen, My-lord," sagte der junge Offizier.
„Ich habe gehört, Ihr seid ein Bewunderer der Poesie,Herr Morton," antwortete der Gefangene; „vielleicht erinnertIhr Euch der Verse:
Glaub' »!cht, daß ich gefangen sei,
Weil ich im Kerker Hanse.
Es geht mein Herz, so still und frei,
Im Kerker eine Klause.
Aber wäre meine Gefangenschaft auch weniger erträglich, ichdarf ja morgen auf gänzliche Befreiung hoffen."
„Durch den Tod?" fragte Morton.
„Allerdings!" antwortete Lord Evandale; „ich habe keineandere Aussicht. Euer Gefährte Burley hat bereits seine Handin das Blut von Männern getaucht, die ihr niederer Standuud ihre unbekannte Herkunft hätten retten sollen. Ich kannmich eines solchen Schildes gegen seine Rache nicht rühmenund bin auf Alles gefaßt."
„Aber vielleicht," sagte Morton, „ergibt sich Major Bel-lenden, um Euer Leben zu retten."
„Nimmermehr, so lange noch ein Mann da ist, die Mauerzu vertheidigcn, und dieser Mann noch eine Brvdkruste zunagen hat. Ich kenne seinen muthigen Entschluß, und herz-lich leid wär' es mir, wollt' er ihn meinetwillen ändern."
Morton beeilte sich, ihn mit dem Aufstande unter denDragonern und ihrem Vorsätze bekannt zu machen, das Schloß