will uns entfliehen. Ihr müßt uns helfen, ihn mit Gewaltzu halten."
„Lord Evandale!" rief der Veteran. „Ich freue mich sosehr, wie damals, als ich mein erstes Patent bekam. Claver-house berichtete, Ihr wäret gefallen oder würdet wenigstensvermißt."
„Gewiß würd' ich auch geblieben sein, wenn nicht EuerFreund gewesen wäre," sagte Lord Evandale, mit einiger Be-wegung und niedergeschlagenen Blicken, als wünsche er denEindruck nicht zu sehen, den seine Worte auf Edithen machenwürden. „Ich war ohne Pferd und wehrlos, und schon dasSchwert über mich geschwungen, als der junge Morton, derGefangene, dessen Ihr Euch gestern Morgen so sehr annahmt,auf die edelmüthigste Weife dazwischen trat, mir das Lebenrettete und die Mittel zur Flucht verschaffte."
Als er geendet, konnte er der peinlichen Neugier nichtwiderstehen; er blickte auf Editha und glaubte in der Gluthihrer Wange und ihrem glänzenden Blicke die Freude überihres Geliebten Rettung, und den Triumph zu lesen, daß erin dem Wettstreite des Edelmuths nicht zurückgeblieben. Dieswaren auch wirklich ihre Gefühle; aber sie waren vermischtmit der Bewunderung über die offene Freimüthigkeit, mit derLord Evandale sich beeilte, dem Verdienste eines begünstigtenNebenbuhlers Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und eineVerbindlichkeit anzuerkennen, die er doch wahrscheinlich gegenjeden Andern lieber, als gegen Morton gehabt hätte.
Major Bellenden, der die Regungen Beider nicht bemerkthaben würde, selbst wenn sie sich noch viel unzweideutiger be-kundet hätten, begnügte sich zu sagen: „Da Heinrich MortonEinfluß auf die Schurken hat, so freut's mich, daß er ihn sobenutzt hat; aber ich hoffe, er wird sich von ihnen losmachen,