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Bei diesen Worten lag auch eine Haarlocke, in eine Ab-schrift von Versen eingewickelt, welche nach Mortons Meinungso viel Empfindung bekundeten, daß sie für die ungefügtePoesie, und die absonderlichen Wendungen entschädigte, diedem damaligen Geschmack eigen waren:
Du glänzest, theures Pfand, in reiner Pracht,
So schön, wie in der »nvergessnen Nacht,
Da dn die holde Braut hast umkräuseltUnd Agnes mir „ich liebe Dich" gesäuselt.
Wie oft seitdem hast du gedrückt mit LustDie heiße Zone dieser wilden Brust,
Drin, mit der ersten Sünde, so die HölleBevölkert, Zorn und Haß sich ihre StelleGekührt; wo gleich »ein Meere tobt das Blut,
Wo jeder Schlag gleicht wilde» Donners Wuth! —
Wenn dich solch Klima nicht vernichtet,
Bleibt hier dein Glanz auch bell gelichtet.
In diesem wilden Reich, mit welcher MachtBeherrschte AgneS, waS ich je gedacht!
Nicht hätt' ich unstät mich umhergetrieben,
Wär' solch ei» Engel Führer mir geblieben!
Ich wäre nicht von Gott und Mensch vertrieben,
Hätt' sie gelebt, gelebt, UNI mich zu lieben.
Nicht wäre mir der Erde wüstes WesenNur eine rohe, wilde Jagd gewesen.
Dann wäre nicht mein einziges ErgötzenDas tolle Nennen, Lärmen, Hetzen,
Daß, war die arme Beute mir geworden,
Ich sie zerriß in gräßlich-wildem Morden:
Die Sanstmuth hält' mein zornig Herz gemildert,
Den Schmerz besänftigt, den der Stolz verwildert;
Mir wären Gott und Menschen hold geblieben,
Hätt'st Du gelebt, gelebt, um mich zu lieben!
Als Morton diese Zeilen gelesen, konnte er sich nicht desMitleids erwehren ob dem Schicksal dieses seltsamen, höchst un-