Das Wort ist gegen sie ergangen: „Und ich will ein Schwertüber Euch bringen, das rächen soll den Streit meines Bun-des." — Aber was gethan wird, soll gethan werden mit Ernstund Vorsicht, wie der würdige Jakob Melrin that, der Ge-richt hielt über den Tyrannen und Unterdrücker, den Kardi-nal Beaton."
„Ich gesteh' Euch," erwicdcrte Morton, „daß ich noch mehrAbscheu gegen kaltblütige, vorherbedachte Grausamkeit fühle,als gegen das, was in der Glut des Eifers und des Zornesausgeführt wird."
„Du bist noch ein Jüngling," entgegncte Balfour, „und hastnoch nicht gelernt, wie leicht in der Wagschale einige TropfenBlutes sind im Vergleich mit dem Gewicht und der Bedeu-tung dieses großen Volkszeugnisses. Erschrecke nicht; Du selbstsollst in diesen Dingen stimmen und richten; und vielleichtwerden wir wenig Veranlassung finden, darüber zu streiten."
Mit diesem Versprechen mußte sich Morton einstweilen be-gnügen, und Burley verließ ihn mit dem Rathe, sich nieder-zulcgen, da das Heer wahrscheinlich früh aufbrechen werde.
„Und Ihr," sagte Morton, „geht Ihr nicht auch zurRuhe?"
„Nein," sagte Burley, „meine Augen dürfen noch keinenSchlummer kennen. Dies ist kein leicht zu vollbringendesWerk. Ich muß noch den Ausschuß der Führer wählen lassenund will Euch bei Zeiten am Morgen rufen, damit Ihr derBcrathung beiwohnt."
Er ging und überließ Morton der Ruhe. Dazu war derOrt nicht ungeeignet; denn cs war ein gegen den Wind ge-deckter Winkel unter einem großen Felsen. Dichtes Moos,welches den Boden bedeckte, bildete ein Lager, weich genug fürLen, der so viel Drangsal und Kummer erduldet. Morton