mich und thut Euch selbst Unrecht. ES gibt keinen Freund,den ich höher schätze, oder dem ich bereitwilliger jeden Be-weis der Hochachtung — wenn — aber — "
Ein tiefer Seufzer verursachte, daß sie sich schnell umsah,ehe sie das letzte Wort hatte aussprcchen können, und als sienoch nachdachte, wie sie die Ausnahme einkleiden könne, dieihren Saß beschließen sollte, gewahrte sie, daß Morton sie ge-hört hatte, der gefesselt und von Soldaten bewacht hinter ihrvorbei ging, um Claverhouse vorgestellt zu werden. Als ihreAugen sich begegneten, schien der düstere und vorwurfsvolleBlick Mortons ihr anzudeuten, daß er einen Theil ihres Ge-sprächs gehört und gänzlich mißverstanden habe- Dies fehltenoch, um Edithens Kummer und Bestürzung zu vollenden.Das Blut trat ihr auf die Stirn und plötzlich zum Herzenzurück, so daß sie todtenbleich dastand- Diese Veränderungentging der Aufmerksamkeit Evandale's nicht, dessen schnellerBlick leicht entdeckte, daß zwischen dem Gefangenen und demGegenstände seiner eigenen Zuneigung eine seltsame, unge-wöhnliche Verbindung obwalte. Er ließ das Fräulein los,blickte den Gefangenen noch schärfer an, sah wieder aufEdithen, und gewahrte deutlich die Bestürzung, die sie nichtlänger verbergen konnte.
„Das ist, glaub' ich, der junge Mann, der beim Vogel-schießen den Preis gewonnen," sagte er nach einem Augen-blicke düstern Schweigens.
„Ich weiß es nicht gewiß," stammelte Ediths, — „aber— nein, ich glaube nicht" — sagte sie, ohne zu wissen, wassie sprach.
„Er ist es," sagte Evendale entschieden. „Ich kenne ihngenau. Ein Sieger," fügte er stolz hinzu, „sollte einer schö-nen Zuschauerin doch mehr Interesse einflößen."
Die Schwärmer. I.
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